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Die erste Woche der direkten Marathonvorbereitung ist zu Ende. Mit dem sehr guten 15er Testlauf, harten 3×4000m und gestern noch mal einem gemütlichen 35er (dem letzten ohne Endbeschleunigung) bin ich auf ordentliche 152 km gekommen.
Nach der Sommerparty meiner Schwester gestern abend, fiel mir das Aufstehen heute etwas schwer. Zum Glück hatte ich mich mit Jens zu einer lockeren Runde im Ringheimer Wald verabredet. Als ich aber um kurz vor halb 10 auf die Uhr schaute musste ich dann doch schnell aus dem Bett und auf dem kürzesten Weg von Seligenstadt zur Waldspitze. Punkt zehn bin ich eingebogen, die Augen erst halb offen. Es war aber auf jeden Fall mal wieder schön mit Jens zu laufen, wegen seiner Verletzung hatte es in den letzten 12 Monaten so gut wie nicht mehr geklappt.
Gestern hat laut Trainingsplan offiziell die Marathonvorbereitung begonnen. Durch die zwei Wettkämpfe am Wochenende hab ich allerdings den traditionellen 15 km Tempolauf im Maximaltempo um einen Tag auf heute verschoben. Auf meiner Tempostrecke neben der A3 entlang des neuen Tunnels (im Tunnel wäre mir bei dem Wetter lieber gewesen) startete ich im Regen. Als der sich nach 3 Kilometern verabschiedete kam plötzlich Wind auf. Auf der Wendepunktstrecke lief ich die Kilometer mit dem Wind im Rücken meist 5 bis 7 sec schneller als in der Gegenrichtung.
Ich hatte mir vorgenommen auf jeden Fall unter 54 Minuten zu bleiben und das gelang heute problemlos.
Die ersten 10 km in 34:55, und bis zum Schluß nur 15 sec verloren, so blieb die Uhr bei 52:40 stehen.
Ein perfekter Start, da sollte die nächsten Wochen einiges drin sein.
Jetzt muss ich schnell vor den Fernseher, Ligapokal Halbfinale, Nürnberg spielt!
Am Sonntag ging es dann mal wieder um 6.00 Uhr morgens Richtung Schwarzwald, genauer gesagt nach Wolfach-Kirnbach. Das Moosenmättle wartete auf mich und 500 weitere Starter.
Durch die Ausrichtung der Deutschen Seniorenmeisterschaften war ein sehr großes Feld am Start.
Ich stand rechtzeitig an der Linie und hatte mir ein schönes Plätzchen in der ersten Reihe ausgesucht. Kurz vor dem Startschuss stellten sich dann ca. 100 Läufer einfach vorne dran auf. Es wurde dann heftig nach hinten gedrängelt bis alle unter dem Startbanner standen, ich selbst plötzlich in Reihe 20. Nach dem ersten flachen Kilometer hatte ich mich dann wieder nach vorne gearbeitet, kurz hinter der Spitzengruppe. Die Seniorenläufer (ab AK 40)hatten noch eine zweite Nummer auf dem Rücken, da konnte ich gut sehen wer sicher nicht in meiner Klasse ist. Das Ziel war heute nämlich mindestens Platz 2 in der Altersklasse, da es dafür einen Bleikristall-Glaspokal der Dorotheenhütte gab, für den Dritten nur einen Honigpreis. Vorne bildete sich ein Trio, ich dahinter. Als der Erste sich absetzte verlor ich ihn bald aus den Augen, irgendwann war ich dann ganz alleine unterwegs, von hinten hörte ich aber noch ein paar Schritte.
Der Moosenmättlelauf ist mit 10,5 km und 520 Hm eigentlich der flachste in der ganzen Serie. Allerdings sind die angegeben Höhenmeter nur vom niedrigsten Punkt bis zum Höchsten. Da es 2 längere Bergabstücke gibt, schätze ich mal sind es real über 600 hm. Wenn man jetzt noch sieht dass insgesamt fast 4 Kilometer flach oder bergab gehen, sind die 600 Höhenmeter verteilt auf die 6,5 Kilometer bergauf allerdings nicht von schlechten Eltern. Wenn es hochgeht, dann richtig.
Nach Kilometer 4 schloss dann ein junger Läufer zu mir auf, auf meine Tempoverschärfung auf dem anschließenden Bergabstück hatte er aber keine Antwort. Er kämpfte sich im steilen wieder heran und zog vorbei. Bei Kilometer 7 ging es dann wieder hinunter, da zog ich wieder vorbei. Zwischen 8 und 9 dann das steilste Stück, ich versuchte dranzubleiben, denn vorne kam plötzlich der 3. wieder in Sichtweite. Bei 9,5 ein kurzer Anstieg, dann ging es fast flach ins Ziel, allerdings auf dem schmalen Trail, teilweise über nasse Wiese, dann wieder über Wurzeln nicht einfach zu laufen. Hinter mir tauchte dann auch noch einer auf, der hatte aber vor den Wurzeln etwas zu viel Respekt und verlor wieder Zeit. Ich kam immer näher an den Läufer vor mir heran der mittlerweile von meinem ehemaligen Begleiter abgehängt worden war. Am Ende fehlten 6 Sekunden, 500 Meter mehr, dann hätte ich ihn gehabt. Es war übrigens ein recht prominenter Gegner: Udo Bölts, mit Team Telekom und Team Gerolsteiner vielfacher Finisher der Tour der France. Er holte sich den Deutschen Meistertitel in der M 40.
Für mich blieb am Ende in 45:19 min Platz 5 und der Altersklassensieg. Ohne das Bergzeitfahren wäre vielleicht sogar ein Podestplatz möglich gewesen, 20 sec. fehlten. Durch die knappen Abstände nach vorne konnte ich aber diesmal ordentlich Punkte für die Serienwertung sammeln.
Der Tote-Mann-Berglauf am nächsten Samstag fällt wegen organisatorischer Probleme aus, was mir aber gar nicht Ungelegen kommt. Erstens feiert meine Schwester dann ihre Sommerparty, und Zweitens war ja heute der erste Tag der direkten Marathonvorbereitung. Das heißt ich kann in dieser Woche den Umfang schon nach oben fahren ohne auf einen Wettkampf Rücksicht nehmen zu müssen und am Wochenende schön einen 35er machen.
Vom RSC Großheubach – Team Stenger e.V. wurde heute das Großheubacher „Rosshof Bergzeitfahren“ veranstaltet. Angefangen von den U11 Junioren bis zur abschließenden Hobbywertung waren über 130 Teilnehmer gemeldet. Auch ich hab nach der Arbeit mein Rennrad eingepackt und mich auf den Weg gemacht.
2,5 Kilometer geht die Strecke auf den Rosshof, einer sehr schönen Ausflugsgaststätte oberhalb von Großheubach. Direkt nach dem Start, (in 1 minütigen Abstand als Einzelstart) geht es gleich einen giftigen Anstieg hoch. Danach wird es aber noch gemeiner. Es sieht fast flach aus, man versucht Gas zu geben, aber man hat das Gefühl nicht vorwärts zukommen. (Das es gar nicht so flach ist, merkt man dann bei der Rückfahrt!) Nach etwa der Hälfte dann der steilste Abschnitt mit zwei Serpentinen. Danach noch etwas bergauf, dann hat man die 150 Höhenmeter geschafft und zum Abschluss noch gut 400 Meter flach, die man schön im Stehen durchsprinten kann, wenn noch genug Kraft übrig ist.
Ich kam mir besonders in den flacheren Abschnitten sehr langsam vor, aber das geht mir jedes Jahr so. Da ich keinen Tacho dabei hatte musste ich bis zur Siegerehrung auf mein Ergebnis warten.
Und unser Dolomiten-Kurztrainingslager hat sich gelohnt. Christian hat die Masterswertung mit neuer pers. Bestzeit gewonnen, und ich die Gesamtwertung der Hobbyklasse, ebenfalls in neuer Bestzeit, 5:56 min (Schnitt 25,3 km/h). Von den U21 und U23 Junioren (alles Bundesligafahrer!) waren glaub ich 3 vor mir, der Schnellste in 5:42min.
Jetzt geht’s ab ins Bett, morgen kräht der Hahn recht früh. Es geht mal wieder in den Schwarzwald zum 21. Int. Moosenmättle Berglauf, dem 5. Wertungslauf zum Schwarzwald Pokal. Dort wird die Konkurrenz morgen wieder hart, es finden die Deutschen Senioren Meisterschaften (ab M40) statt, bin gespannt wie ich da mithalte.
Man hat wieder einen erwischt, und deshalb bauen ARD und ZDF in Frankreich ihre Zelte ab. Wegen der positiven Dopingprobe des Radprofis Patrik Sinkewitz haben sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender von der Tour de France verabschiedet.
Die Sender drehen den Saft ab, und das, nachdem ihnen in den letzten Tagen wegen der auf Doping fixierten Berichterstattung das Publikum davongelaufen ist und sich die Zuschauerquoten des ebenfalls die Tour übertragenden Senders Eurosport verdreifacht haben.
Die öffentlich–rechtlichen Bedenkenträger verfolgen dabei weiter den eingeschlagenen Heuchelkurs der Saubermänner. Kann es sein, dass sie selbst nicht erkennen, welchen verlogenen Weg sie damit gehen?
Wenn der Radsport vom Bildschirm verschwindet, verschwinden die Sponsoren aus dem Radsport und mit ihnen auch die Mittel, den Kampf gegen das Doping zu finanzieren. Die betroffenen Sportler könnten ihren Beruf verlieren und geraten unter genau den Druck, unter dem Doping auf fruchtbaren Boden fallen kann.
Der Beschluss der ARD und der Kollegen des ZDF mit Frau Otto als geeigneter Galionsfigur im Anti-Doping-Kampf ist einfach nur absurd. Konsequenterweise sollten sie gleich alle Berichterstattung einstellen, denn in der Wirtschaft werden die Aktienkurse manipuliert, in der Politik werden die Politiker bestochen, in der Kultur gibt es mindestens so viele Rauschgiftkonsumenten wie im Sport des Dopings Verdächtige.
Bestes Zeichen für konsequente Betroffenheit wäre, den Sendebetrieb ganz einzustellen und die vereinnahmten Gebühren einem Fonds zur Verfügung zu stellen – ausgenommen den Mitteln, die sie für eine tägliche Brennpunkt-Sendung brauchen, in der sie berichten, dass sie nicht berichten. Und vielleicht noch die Kosten für eine Blutprobe der an dieser Entscheidung Beteiligten.
Manfred Fendrich Main Echo, 19.07.07
Endlich hab ich etwas Zeit um von unserem Wochenende zu erzählen. Christian, ein Radfahrerkollegen und ich, haben uns am Freitag um 4:30 Uhr auf den Weg nach Calazei in den Dolomiten gemacht. Nach gut 7stündiger Anfahrt und der anschließenden Zimmersuche bauten wir die Räder zusammen und machten uns sofort auf zu ersten Tour. Aus den Buch „Die schönsten Alpenpässe“ hatten wir uns die Sella-Ronda ausgesucht, also eine Umrundung der Sella-Berggruppe. Mit dem Sellajoch (2240m), dem Grödner Joch (2137m) dem Campolongapass (1870m) und zum Abschluss über den Pordoipass (2239m) mit seinen 33 „Tornanti“ (Kehren) konnten wir uns einen ersten Eindruck von der schönen Landschaft machen und schon ahnen was uns am nächsten Tag erwarten würde. Bei dieser Nachmittagstour beließen wir es bei 64 km und etwas über 2000 Höhenmetern, am Samstag hatten wir uns einiges mehr vorgenommen. Nach einem guten Abendessen schauten wir uns noch ein wenig das Städtchen an, in dem zufällig auch noch das ganze Wochenende ein Fest mit vielen Umzügen stattfand.Um kurz nach 7 ging der Wecker in Form einer Motorsäge los. Egal, wir wollten ja sowieso rechtzeitig los. Gemütliches Frühstück, noch mal in die Karte schauen und ab aufs Rad. Diesmal stand die „Große Dolomitenrundfahrt“ auf dem Programm, laut Buch eine 2-Tagesetappe. Vorbei am Lago Fedaia ging es auf den gleichnamigen Pass, zu Füßen des Marmoladagletschers, wieder hinunter ins Tal um danach wieder 1200 hm am Stück hinauf zum Giaupass zu fahren, bevor wir uns erneut bergab stürzten, Richtung Cortina d’Ampezzo. Christian ist der klar bessere Bergabfahrer. Er lieferte sich das ganze Wochenende Duelle mit Motorrädern, Autos, Wohnmobilen und Bussen. Ich bin da eher ein Feigling. Einige Autos hab ich zwar auch geholt, aber meist mit Rentnern besetzt. Und eine Gruppe Motorradfahrer. Kennzeichen: OF. Die kann ich natürlich nicht passieren lassen. Auf 83 km/h kam ich in den drei Tagen irgendwann mal, Christian hatte weit über 90 km/h auf dem Tacho stehen. Nach 10- 15 km Abfahrt stand er dann schon immer mit dem Foto da und hatte schon einen Riegel verdrückt.Von Cortina sollte die Tour eigentlich wieder Richtung Canazei gehen, wir beschlossen aber noch eine Runde um den Monte Cristallo dranzuhängen. (Laut Buch noch eine weiter Eintagestour) Nachdem wir den Tre Croci Pass mit seinen 1809 Metern bezwungen hatten machten wir am Lago Misurina, einem der schönsten Seen der Dolomiten Mittagspause. Unseren Plan noch die Drei Zinnen mit dem Rad zu erklimmen ließen wir fallen, die Zeit wurde knapp und wir hatten auch noch einen langen Rückweg. Weiter um den Monte Cristallo herum ging es wieder in einer 20 km langen Abfahrt nach Cortina. Diesmal aber ohne Serpentinen, sondern schön gleichmäßig. Wir sammelten Kraft für den Aufstieg zum Falzaregapass. Bereits unten beschlossen wir dass jeder sein eigenes Tempo fährt. Ich zog also gleich weg, um es auf den 15,5 Kilometern mit 1200 hm mal ordentlich krachen zu lassen. Nach 51:30 Minuten war ich am Schild „Passo Falzarego 2105m s.l.m“ angekommen (Schnitt knapp über 18 km/h) Knapp 13 Minuten danach kam Christian, der als Ex-Bodybuilder mit 90 kg nicht gerade ideale Vorraussetzung für einen Bergfahrer hat, aber mit Kraft und Einsatz so manches Leichtgewicht auf dem Weg nach oben noch stehen lies. Nach der Abfahrt (ein paar dunkle Wolken und Regentropfen erschreckten uns Kurzzeitig) trafen wir auf zwei alte Bekannte: Das Grödnerjoch und das Sellajoch, die wir ja gestern schon erklommen hatten, allerdings in der anderen Richtung. In Canazei standen 172 km und 4750 Höhenmeter auf dem Tacho. Sonntag wollten wir dann einen lockeren Tag einlegen und hatten uns eine schöne Runde ausgedacht. Bei sehr heißem Wetter machten wir uns auf ins Val di Duron. Weit kamen wir nicht, die schmale Straße die wir uns ausgesucht hatten um den Motorradfahrern (Oder wie Christian sagt: Die Organspender“) mal ein bisschen zu entkommen endete bald in einer Schotterpiste. Nach kurzem Kartenstudium beschlossen wir über den Karerpass und den Passo Nigra auszuweichen. Dort machten wir auf einer Hütte kurz Pause, genossen den Ausblick auf die Rosengartengruppe und fragten den Wirt ob man mit dem Rennrad auch von der Seiser Alm Richtung Sellapass abfahren kann, was er bejahte. Durch das Val de Tires fuhren wir Richtung Völs. Am Schloß Blumau vorbei und dann Richtung Kastelruth (Dort wo die bekannten und überaus beliebten (?) Spatzen herkommen). Auf der steilsten Straße die je gesehen habe (28%!!!) ging es zum Glück nur runter. Danach kam der Aufstieg zur größten Alm Europas, der Seiser Alm. Ohne Schatten ging es Meter für Meter weiter, so langsam war ich etwas platt. Oben dann der Schreck: Die Abfahrt ist nur ein Schotterweg! Also wieder zurück, Abfahrt nach Bozem um dann über 2000 hm hinauf aufs Grödner Joch zu fahren? Dann wäre das wieder so einer Hammertour wie gestern geworden. Ein Polizist gab uns den Tipp mit der Seilbahn nach St.Ulrich abzufahren und uns so das Grödner zu sparen und direkt über den Sellapass nach Calazei zu fahren. Wir mussten zwar bis zu Seilbahn auch gut 20 Minuten über Schotterweger schieben, aber waren trotzdem dankbar für den Tipp Unsere einzige Angst war, dass das Geld nicht für die Abfahrt reicht. Die Seilbahnaufsicht konnte zwar nicht verstehen das man mit dem Rad hochfährt und mit der Gondel runter, aber egal. Von St. Ulrich über St. Christina nach Wolkenstein, wo wir erstmal eine Tankstelle und dann eine Bäckerei stürmten. Im Elektrogeschäft nebenan lief „Tour de France“ und wir beschlossen eine Pause einzulegen und uns den Schlussanstieg anzusehen. Aber wer ist bitte der junge Mann im Gelben Trikot? Ohne Ton ganz schön schwierig herauszufinden was da so passiert. Als wir dann irgendwann das T-Mobile“ Logo auf dem Trikot entdecken einigen wir uns darauf dass es Linus Gerdemann ist. Die Einblendung ein paar Minuten später gab uns dann Recht. Der letzte Anstieg unseres Kurzurlaubs war dann noch mal das Sellajoch. 120 km und und 2800 Höhenmeter kamen an unserem „ruhigen“ Tag zusammen, so dass wir Alles in Allem gut 350 km mit über 9500 Höhenmeter in zweieinhalb Tagen bewältigten. Wunderschön war es auf jeden Fall, auch wenn wir am Ende ganz schön platt waren!
Ich hab das Bergauflaufen doch noch nicht verlernt. Nach der Enttäuschung bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften fuhr ich gestern nach Freiburg um am Schauinsland-Berglauf (Baden Württembergische Meisterschaften) teilzunehmen. Für mich war es der dritte Wertungslauf für den Schwarzwald-Berglaufpokal. Die lange Fahrt musste ich diesmal aber nicht alleine anstreten. Stefan Schlett, einer der bekanntesten Ultraläufer und Extremsportler war mit dabei. Er hält z.B. die Deutschen Rekorde im 1000km, 1000 Meilen, 2000km oder Weltrekorde im Treppenlauf auf der Rolltreppe, Ultramarathon auf Hoher See und unter Tage, hat diverse Länder und Kontinente durchquert, unzählige Berge bestiegen, einen Decatriathlon gefinisht (38 km Schwimmen, 1800km Rad, 422 km Laufen in 9 Tagen 6Stunden 48 Minuten) usw.
Ich hatte mir vorgenommen, wenn es heute wieder nicht läuft den Berglaufpokal abzuhaken, da ich ja in den letzten Rennen schon recht wenig Punkte sammeln konnte.
Nach vorsichtigem Beginn lag ich auf Platz 10, merkte aber schnell dass die Beine locker sind. Vorne hatte sich Ulrich Benz schon abgesetzt, dahinter eine 2er Gruppe bestehend aus Carsten Brod und einem weiteren Läufer. Nach gut eine Kilometer war ich zu den beiden aufgelaufen und das Tempo stieg noch mal leicht an. Der dritte Läufer konnte nicht lange mitgehen und so bauten wir zu zweit unseren Vorsprung kontinuierlich aus. Die Strecke verlief komplett im Wald auf teilweise festen Waldwegen, aber auch immer wieder schönen Trails. Von der Steigung war das ganze bis Kilometer 9 ungefähr Spessart-Niveau, also nichts Ungewohntes für mich. Sorgen machten mir nur die letzten 3 Kilometer mit ihren 18% Steigung, so was finde ich auf meinen Trainingsstrecken leider nur selten. Um meinen Podestplatz dort nicht zu verlieren machte ich in den flacheren Stücken immer wieder Druck und konnte mich auf einem der kurzen Bergabstücke kurz vor Kilometer 8 leicht absetzten. Ich hoffte meinem Kontrahenten so möglichst viel Kraft zu rauben um am Anstieg dann länger dranbleiben zu können. Und es dauerte wirklich bis Kilometer 9, ehe er wieder aufschließen konnte. Wir liefen wieder ein Stück zusammen. Dann kam ein kurzer Stutz, Brod musste ein paar Schritte gehen und ich war weg. Von da an konnte ich den Abstand stetig ausbauen. Über Stock und Stein gingen die letzten Kilometer, immer schön steil. Voll am Anschlag hatte ich Kilometerzeiten um 7 Minuten. Ein ganz kurzes Flachstück um die Beine auszuschütteln hätte ich mir gewünscht, aber nichts. Nach 1:02:36 Std waren die 13 Kilometer und 957 hm geschafft. Heute ging es wieder sehr gut, das Gefühl immer wieder Druck machen zu können hatte mir in den letzten Wochen gefehlt.
Ich lief mich noch 2 Kilometer aus um dann den Aussichtsturm zu besteigen. Auch dort oben war ich wieder Zweiter. Stefan stand schon oben und meinte das Ziel sollte doch eigentlich hier oben sein. Dann kam noch ein Tscheche nach oben, der zwei Fotos von uns machte. Er ist gerade auf dem Jakobsweg unterwegs nach Spanien.
Nach der Rückfahrt in der Gondel und der Siegerehrung machten wir uns auf den Heimweg.
Fast wäre ich noch ohne Benzin stehen geblieben weil in Kleinostheim um 23 Uhr schon alle Gehsteige hochgeklappt und die Tankstellen geschlossen waren.
So ist das, wenn man sich nicht an seinenTrainingsplan hält. 16-18 km extensiv waren vorgegeben. Weil ich nichts besseres vor hatte wurden es gut 20 km. Dafür wurde ich dann ab dem Ortsschild Wenigumstadt auf dem letzten Kilometer richtig geduscht.
Heute konnte ich dann aber nichts dafür. Gerade komme ich von meiner Mittagspausenrunde. Auf dem Rückweg von Laufach wurde ich dann heute 7,5 km mit Wasser von oben beglückt.
Aus den Kratzen im Hals ist Ende letzter Woche dann doch noch eine schöne Erkältung geworden. Donnerstag und Freitag noch in der Arbeit durchgequält und Samstag dann dafür im Bett gelegen.
Sonntag war dafür dann recht entspannt. In Frankfurt beim Ironman hab ich jede Menge Bekannte angefeuert. Und es hat sich gelohnt. Viele super Leistungen bei optimalen Bedingungen. Besonders Roger Uhl erwischte einen perfekten Tag und verbesserte seine Bestzeit um 23 Minuten auf 9:10 Std.
Abends bin ich dann auch noch eine Stunde locker den Radweg entlang gejoggt.
Eine besonders schöne Strecke hatte ich mich für heute Mittag ausgesucht. Man muss ja seinen Gästen was bieten. Rainer war auf der Durchreise und hatte sich für einen Trainingslauf angekündigt. Quer durch den Hösbacher, Goldbacher und Haibacher Wald, der vom Regen der letzten Tage aber sehr aufgeweicht war. So hat man uns hinterher wenigstens angesehen dass wir keine „Schönwetter-Jogger“ sind.
