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Nach dem 35er mit 15 EBS am Samstag und dem Tempotestlauf über 15km heute sind die letzten richtig harten Einheiten vor Essen überstanden. Nie hätte ich noch vor 6 Wochen gedacht, dass es so gut laufen könnte. Jetzt ist für Essen doch noch einiges drin. Ich kann nur hoffen, dass ich die nächsten 2 Wochen gesund bleibe und dann das Wetter passt.
Die 35km am Samstag führten mich diesmal Richtung Schaafheim, da Simone dort an einen Lauf teilnahm. Ich lief also schön locker über Pflaumheim, Großostheim und Ringheim nach Schaafheim. Danach ging es auf dem Radweg nach Babenhausen weiter. Dort drehte ich und hatte auch schon die ersten 20km hinter mir, also praktisch das Einlaufen. Der Schnitt von bisher 4:35min war unwichtig, jetzt galt es die letzten 15km so schnell wie möglich zu rennen. Und ich lief sie so schnell wie noch nie bei dieser Einheit. 52:48min, also knapp über 3:30min/km.

Am Sonntagmorgen erst beim Berlin-Marathon mitfiebern: Mit Haile, der zum Schluss noch mal zulegen konnte und Weltrekord lief und auch mit Robert, bei dem es lange nach Bestzeit und 2:29Std aussah, aber am Ende leider nicht reichte. Alles Daumendrücken half nichts.
Dann eine fast 4stündige Radausfahrt mit Simone, im regenerativen Tempo.

Heute Mittag wurde es dann noch mal ernst: 15km Testlauf, was geht. Wenn ich beim 35er zum Schluss eine 52:38 laufen kann, muss es doch so auch noch ein bisschen schneller gehen, dachte ich mir: 3:28min, 3:30, 3:27, 3:26, 3:27, 3:29, 3:25, 3:23, 3:30, 3:30, 3:28, 3:29, 3:28, 3:37 (bisschen hoch), 3:22 (bisschen runter :-) . Am Ende eine 52:03min. Wieder Trainingsrekord. Damit steht jetzt die Marschroute für Essen fest. Mit ein paar Wiederholungsläufen im Marathontempo und noch einem gemütlichen langen Lauf steht jetzt die Erholung im Vordergrund.

 

 

Bei km 8

Siegerehrung: 3 Liter Erdinger alkoholfrei

Ideales Läuferwetter war am Sonntag Morgen. Kein Wind, angenehme Temperaturen und trocken. Von dieser Seite gab es also schonmal keine Ausreden. Ich fühlte mich auch ganz gut, die Zeiten im Training hatten auch gestimmt. Also konnte die Jagd auf die neue Bestzeit eröffnet werden.

Punkt 10:00 Uhr ging es zusammen mit knapp 850 Halbmarathon- und 10km Läufern auf die Strecke. Durch den gemeinsamen Start hatte ich die Hoffnung gehabt, wenigstens auf der ersten Runde noch eine kleine Gruppe zu haben. Aber nach weniger als 3 Kilometern war ich alleine. Es wurde ein einsamer Lauf quer durch Bensheim. Immerhin hatte ich einen Radfahrer bei mir. Das Tempo passte von Anfang an sehr gut. 17:00min nach 5km, 34:00 nach 10 km. Hier war die erste Runde um und ich wurde schon als Sieger gefeiert, dann merkten sie dass ich in die 2. Runde einbog. Simone erzählte mir dann später dass die beiden Streckensprecher meine Zielzeit tippten: „Das wird eine 1:12:47″ „Nein ich tippe auf eine 1:12:17″ Sie lagen beide garnicht mal so schlecht. Bei Kilometer 15 ging ich mit einer 51:03 durch. Also praktisch wieder die selbe Zeit. Auf jeder Runde waren 2 Brücken zu überqueren und zwei 180° Wenden und jede Menge eckige Kurven zu überstehen. Zusätzlich ging es in dieser Runde auf eine Schleife. 2mal unter einer Unterführung durch. Als richtig schnell würde ich die Strecke nicht bezeichnen. Langsam merkte ich auch wie das Tempo etwas nachließ. Ich versuchte immer wieder etwas Gas zu geben, verlor aber bis ins Ziel doch noch etwas an Zeit. Letztendlich blieb die Uhr bei 1:12:28 stehen, ziemlich genau 30 sec unter meiner Bestzeit, die ich letztes Jahr auf der schnellen Schottener Strecke gelaufen bin. Die Form für Essen scheint also zu stimmen, die Bestzeit könnte bei guten Bedingungen fallen. Aber bei einem Marathon entscheiden ja oft die Kleinigkeiten.

Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Die Bestzeit ist deutlich gefallen, gewonnen habe ich mit fast 8 Minuten Vorsprung und den alten Streckenrekord (1:12:54) von Tobias von Gehmen habe ich auch unterboten. Als Belohnung gab es ein 3-Liter Erdinger Glas mit Füllung. Na dann Prost!

In 3 Tagen wird es ernst, beim HM in Bensheim wird sich zeigen, ob die Form für Essen passt. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon nervöser als beim Jungfrau-Marathon an der Startlinie. Die Vorbereitung läuft nicht schlecht.  Gestern nochmal 3×2000m im geplanten HM-Tempo. Vorgenommen hatte ich mir 6:46min, heraus kamen 6:47min, 6:45min, 6:47min. Mal schauen, wenn das Wetter passt, sollte schon was Vernünftiges heraus kommen.

Am Samstag war es wieder so weit. Langer Lauf nach Darmstadt. Die 6 km EBS fielen ja wegen dem Jungfrau Marathon aus, deshalb ging es diesmal schon kurz nach Dieburg mit dem schnellen Tempo los. Bis dahin hatte ich einen Schnitt von etwa 4:25min/km. Da meine Marathoner in der Schweiz bleiben mussten, und auf die schnelle keine  neuen zu bekommen waren, hatte ich lange überlegt welche Schuhe ich anziehen sollte. Schließlich fiel die Wahl auf meine Berglaufschuhe von Innov8. Nicht die beste Wahl, glaube ich. Auf dem Teer trampelte ich doch ziemlich daher, von Dämpfung nicht viel zu spüren. So hatte ich bis zum Beginn der EBS auch schon schwere Waden. Der erste Kilometer lief dann auch noch etwas zäh, danach wurde es aber richtig gut, ich denke meine schnellste EBS bisher. Wenn wir (Simone war mir mit dem Rad entgegen gekommenden) den letzten Kilometer nicht noch in eine Sackgasse mit 180° Wende gelaufen wären, wäre auch er noch in der angestrebten Zeit möglich gewesen. Hier die Splits: 3:37, 3:29, 3:30, 3:31, 3:27, 3:30, 3:40, 3:27, 3:35.

Sonntag kämpften wir uns mit dem Rennrad durch den Sturm nach Wenigumstadt, zur Geburtstagsfeier meiner Mutter.

Am Montag stieg ich dann in den Halbmarathon-Einsatzplan ein.  3×3000m in angestrebten HM-Tempo. 10:10 min hatte ich mit vorgenommen, 10:06, 10:07, 10:06 kamen heraus. Mal sehen ob es Sonntag in Benzheim auch so gut läuft.

Die Strecke vom Jungfraumarathon ist online.

Einfach runterladen und nachlaufen ;-)

Strecke

Schön waren sie, unsere Tage in der Schweiz.

Für den Jungfraumarathon waren meine Voraussetzungen eigentlich nicht ideal. Aus dem vollen Marathontraining für Essen heraus, 7 Tage vorher noch 38km mit Endbeschleunigung, am Freitag dann 7 Stunden über die Eurobike in Friedrichshafen gehetzt und danach direkt weiter in die Schweiz. Um kurz nach 21 Uhr als Allerletzter die Startunterlagen geholt, die Pension gesucht und gegen halb 12 im Bett gelegen.

Aber meine Ziele für den Marathon hatte ich ja mit „Spaß haben“, „Panorama geniesen“ und „unter 4 Stunden“ festgesetzt. Der Morgen verlief ganz streßfrei, von Aufregung nicht viel zu spüren. Sind ja nur 42 Kilometer und 1800 Höhenmeter. Nach dem Startschuß dachte ich, ich wäre bei einem 5000m Lauf. Nach der ersten Runde durch die Stadt Interlaken lag ich vielleicht auf Position 300. Ich trottete im 4er Tempo gemütlich drauf los und holte langsam alle ein, die merkten, dass mit ihrem Tempo was nicht passte. Unterwegs sah ich dann noch ein Stenger-Trikot. Es war David Karl, der mit dem Fahrrad unterwegs war und seinen Vater und  Robert Appelmann betreute. Ich war erstaunt über die vielen Zuschauer und die gute Stimmung. Fast wie bei einem Stadtmarathon. Wobei die ersten 25 Kilometer auch nicht viel anders waren. Ein paar Höhenmeter hatten wir gesammelt, aber dann ging es richtig los. Die Wand von Wengen. Schon viel davon gehört, jetzt sah ich sie endlich selbst. Von hier ab bis ins Ziel überholte ich 34 Läufer und wurde selbst nur 1mal überholt. Wenn es richtig steil wurde machte ich immer wieder Gehpausen, auch sonst lief ich schon ambitioniert, aber nicht an der Lesitungsgrenze. Als kurz vor Kilometer 40 der berühmte Dudelsackbläser zu hören war, konnte ich nochmal 3 Plätze gutmachen und die letzten 1000m ins Ziel, die es bergab geht konnte ich es auch noch richtig laufen lassen. Kurz nach dem Zieleinlauf kam mir dann auch Simone entgegen, die mit der Bahn etwas länger gebraucht hatte wie ich zu Fuß ;-) Abends schauten wir uns noch den Zieleinlauf der „Jungfraumeile“ und die Siegerehrung an.

Danach begann dann so richtig der Urlaub. Und zwar am Sonntag, bei trüben Wetter mit einem kleinen Spaziergang von ca. 9 km. Erstaunlicherweise hatte ich keinen Muskelkater und fühlte mich auch sonst recht fit. Die Knieschmerzen, die ich beim Lauf teilweise hatte kamen wohl wirklich von meinen durchgelatschten Marathonschuhen, die dann auch nicht mehr mit nach Hause durften. Am Montag wurde die Tour dann ausgedehnt. 21km mit knapp 1300 Höhenmetern. Bis auf den 2100m hohen Hogland ging es hinauf. Dienstag setzten wir dann noch einen drauf. Vom idyllischen Habkern (1100m), wo wir wohnten, liefen wir nach Interlaken (550m), machten einen Stadtbummel, schauten uns den Brienzer See an, erklommen 800 Höhenmeter am Stück hinauf zum HaderKulm (laut Hinweisschild 2:40 Std, wir brauchten 1:10Std), sammelten auf dem Grat (höchster Punkt 1750m)  Richtung Augsmatthorn weitere Höhenmeter und erreichten nach einem anspruchsvollen Abstieg gegen 18:30 wieder Habkern. Leider hatte ich vergessen meinen Forerunner aufzuladen, so dass ich ihn zwischendurch immer mal wieder ausmachen musste, aber es dürften so ca. 28 Kilometer und rund 1500 Höhenmeter gewesen sein. Am Mittwoch besichtigten wir noch die Wsserfälle in Trümmelbach, bevor es wieder Richtung Darmstadt zurück ging.

Vom Wetter her hatten wir richtig Glück, sowohl beim Wettkampf als auch bei unseren Wanderungen. Jetzt werde ich im Training noch ein bisschen Gas geben, am 21. September steht dann beim HM in Benzheim der letzte Test an.

Eigentlich war es erst nur als Spaß gemeint. „Dann lauf ich halt am Samstag nach Darmstadt“. Simone hat dann aber mal angefangen einen Weg rauszusuchen und plötzlich stand fest, dass es von der Strecke ganz gut passen würde. Laut dem Vermessungsprogramm im Internet sollten es genau 35 Kilometer sein. Da wir bei einigen Kurven etwas „abgekürzt“ hatten oder nicht genau wussten wo der Radweg entlang geht, rechnete ich mit ungefähr 35,5 – 36 Kilometer.  So ging es am Samstag Mittag los. Simone war schon mit dem Rad nach Wenigumstadt gefahren und gemeinsam wollten wir zurück nach Darmstadt. Nach Mosbach, über den Wartturm nach Schaafheim. Am Schwimmbad traf ich noch Siggi, der mich ein paar Kilometer begleitete. Dann nach Schlierbach, Langstadt, Harpertshausen und Altheim. Dort die B26 überquert und weiter Richtung Dieburg. Bis hier schienen die Kilometer halbwegs zu passen. Durch Dieburg hatten wir keinen genauen Weg, der Radweg nach Darmstadt war aber gut ausgeschildert. Zumindest bis zum Bahnhof. Durch einen Straßenumbau und ein fehlendes Schild, lief ich 900m in die falsche Richtung und wieder zurück. Das war aber zum Glück der einzige Umweg. An einer wenig befahrenen Straße auf dem Radweg ging es am Waldrand in der Nähe von Grube Messel über das Oberwaldhaus Richtung Stadtgrenze. Bei Kilometer 32 startete ich dann wie geplant die Endbeschleunigung. Der Schnitt war bis dahin mit 4:28min/km genau im Plan. Ich fühlte mich noch gut und konnte richtig Gas geben: 3:35 min auf dem ersten flachen Kilometer, dann leicht bergauf eine 3:43 min und zum Abschluss, leicht bergab, 3:28 min. Kurz bevor die Ampeln anfingen, war das Pflichtprogramm erfüllt. Die letzten 2,8 Kilometer zogen sich dann noch ziemlich, und ich lies es im 4:40er Schnitt ausrollen. Insgesamt waren nach 2:47:37 Std 37,8 Kilometer geschafft. Ohne die 1,8 Kilometer Umweg wären es genau 36km gewesen.

Jetzt werde ich es diese Woche locker angehen lassen, am Samstag den Jungfraulauf genießen und nach 3 Tagen Urlaub in der Schweiz den Rest des Programms für den Marathon in Essen durchziehen. So langsam wächst die Zuversicht, im Herbst doch noch was Ordentliches hinzubekommen.