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Mit diesen Worten hat mich gestern Peter Greif im Ziel begrüßt. Stimmt, gewünscht hätte ich mir den Marathon gestern ein bisschen anders. Unter 2:30 Std war das Traumziel, aber zumindest eine neue Bestzeit. Beide Wünsche sind nicht in Erfüllung gegangen, aber unzufrieden bin ich eigentlich nicht. Ich war gut drauf und habe es probiert. Ich hätte gestern auf der schnellen Strecke rund um den Baldeneysee bei idealen äußeren Bedingungen wahrscheinlich ziemlich problemlos eine neue persönliche Bestzeit laufen können. Die 2:31:53 Std die ich in Karlsruhe vor einem Jahr gelaufen bin, hatte ich sicher wieder drauf. Nach der Halbmarathonzeit von Bensheim in 1:12:28 Std auf eine 2:29 Std anzulaufen war nicht unrealistisch aber riskant, das war mir schon vorher klar.
17:42 min bei km 5, 35:16min bei 10, 52:55 bei 15km und 1:14:28 Std für die erste Hälfte, da war noch alles im Plan. Das Tempo war von Anfang schön gleichmäßig. Ab Kilometer 10 gab mein Mitstreiter etwas Gas, ich blieb lieber zurück und bei meinem Tempo. Als bei Halbzeit Robert und Edgar standen und mich anfeuerten fühlte ich mich noch locker wie nach dem Start. Nach 24 Kilometern wartete Simone, auch hier war noch alles im Plan. Kurze Zeit später bekam ich das erste Mal Seitenstechen, was mich aber keine Zeit kostete und auch wieder schnell weg war. Bei km30 musste ich meine Flasche recht lange suchen und danach viel mir das Anlaufen wieder schwer. Hier war ich dann erstmals über meiner notwendigen Durchschnittszeit, dann lief es wieder für 2 Kilometer recht gut. Dann wurden die Beine schwer, ich verlor immer mehr an Zeit. Ich versuchte immer wieder das Tempo zu erhöhen, aber es war nichts mehr drin. Immerhin lag ich auf Platz 6, ich durfte also zur Siegerehrung. Erst war die 2:29 Std nicht mehr zu machen, irgendwann war dann klar, dass auch eine Bestzeit nicht mehr zu erreichen sein würde. Dann zog auch noch kurz nach km 40 ein Läufer an mir vobei, kurz blieb ich dran, dann war auch er weg. Dann tauchte vor mir endlich mal wieder jemand auf. Ihm ging es noch schlechter als mir. Mit einem Kilometersplit von 3:54 „schoss“ ich an ihm vorbei, ein Kilometer vor dem Ziel. Doch wieder Platz 6. Am Ende war ich nur noch froh, dass es vobei war.
Die nackten Zahlen:
2:32:38 Std
6. Gesamt
1. AK 30
Gestern ging es nachmal darum, das Marathontempo zu trainieren. Ohne auf die Uhr zu schauen sollten 4×2000m absolviert werden.
Die erste Wiederholung passte von der Endzeit mit 7:07min fast genau, allerdings waren die ersten 1000m zu langsam, der Rest zu schnell. Beim 2. Versuch kamen 7:02min heraus, wieder der zweite Kilometer viel zu schnell. Die dritte Wiederholung war dann gleichmäßig, aber wieder zu schnell: 7:03min. Zum Schluß passte wenigstens der letzte Kilometer genau, wobei wieder km1 zu langsam war. Da hatte ich irgendwie vor mich hingeträumt und die Zeit vergessen. Heraus kamen dann 7:09min.
Jetzt gehts direkt nach Obernburg, wo Ingbert wartet. Dort machen wir noch mal 5×1000m MRT, vielleicht passt es diesmal besser. Wie heißt es so schön: Übung macht den Meister!
Meinen letzten 35er hab ich auch gut rumbekommen. Schon Mittwoch statt Samstag drehte ich eine Runde von Darmstadt über Nieder-Ramstadt und Pfungstadt. Unterwegs wurde ich zwar fast von einem Rottweiler zerfleischt, aber rein sportlich lief es sehr gut.
Den Feiertag nutzten Simone und ich dann um erstmals gemeinsam an einem Wettkampf teilzunehmen. In Breuberg/Neustadt fand der 1.Breuberger Crossduathlon statt. Simone mit dem MTB und ich als Läufer wollten die Mixed-Wertung aufmischen. Da Start, Wechselzone und Ziel an drei unterschiedlichen Orten waren, war die Planung gar nicht so leicht: Wer muss wann an welchem Platz sein und welche Klamotten werden wo gebraucht. Aber letztendlich hatten wir alles sortiert und ich stand in Neustadt am Start. Direkt nach dem Startschuss ging es einen Anstieg hoch, dann wieder ins Ort und nochmals den selben Anstieg. Danach weiter stetig nach oben. Nach der Hälfte der Strecke wurde die Wechselzone erreicht und Simone konnte sich schon mal darauf einstellen, als erste auf die Radstrecke zu gehen, da ich alle abgeschüttelt hatte („Super, jetzt hab ich die alle im Genick“) Der Wechsel nach 5,5 km klappte perfekt und ich hatte erst mal Pause. Mit dem MTB waren 2 Runden zu fahren, jeweils 10 Kilometer mit ordentlich Höhenmeter. Die Strecke war zudem vom Regen ordentlich aufgeweicht. Nach 40 Minuten war Simone erstmals wieder da und ich konnte mich auf den 2. Wechsel einstellen. Die 2.Runde wurde dann sogar noch ein bisschen schneller und ich durfte mich auf den letzten 2,2 Kilometer hoch auf die Burg machen. Zum Schluss noch einige Treppen, dann die Kopfsteinpflasterpassage bis zum Burgtor. Insgesamt eine recht anspruchsvolle Veranstaltung. Mit ordentlich Vorsprung haben wir die Mixed-Wertung gewonnen und waren auch im Gesamtfeld sehr gut dabei. In der Einzelwertung hat übrigens ein gewisser Lothar Leder gewonnen. Auch die Preise konnten sich sehen lassen: Jeder einen Satz MTB-Reifen, einen Rucksack, eine Tasche und als Pokal einen Stein aus der Burgmauer.
Aber das war ja noch nicht alles an diesem Tag: Der „Sturm auf die Burg“ stand noch an, ein 1,1 Kilometer Extrem-Einzelzeit-Berglauf, stand in der Ausschreibung. Für den Sieger gibt es eine Ritterrüstung. Klar, da musste ich dabei sein. Um 15 Uhr ging es wieder in Neustadt los, diesmal direkt auf die Burg. Jede Menge steile Treppen, rutschiges Kopsteinpflaster. Eine wirklich anspruchsvolle Strecke. Nach 5:07min hatte ich das Ziel erreicht und war wirklich platt. Der Knaller kam dann bei der Siegerehrung: Die Ritterrüstung war nicht etwa einen Miniatur oder aus Pappe oder sonst was. Nein, eine metallene, knapp 1,90m große Rüstung. Jetzt müssen wir uns einen schönen Platz suchen, denn im Moment steht sie noch bei Veranstalter.


