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Fotos:
Thomas Guthmann www.lauf-fotos.de
Eckhard Hippler
Alex Dugas
Simone
Thomas

Diesmal haben auch mich die Pollen erwischt. Bisher hatte ich nie Probleme, aber anfang der Woche hatte ich Schwierigkeiten tief Luft zu holen und teilweise einen heftigen Husten. Ausgerechnet, kurz bevor mein Frühjahrs-Highlight anstand, der Cityduathlon in Backnang, mit Deutschen Meisterschaften. Ich hatte mir vorgenommen in der AK wieder eine Medaille zu holen, eine Zeit möglichst unter 2 Stunden zu erreichen. Gegen Ende der Woche wurde der Husten immer weniger und ich hoffte, das ich Sonntags voll belasten könnte.

Am Start orientierte ich mich gleich an den schnellsten Läufern und konnte mich hinter den ersten 3 in der 2.Gruppe festsetzen. Es lief von Kilometer zu Kilometer besser und nach knapp der Hälfte des ersten Laufs hatte ich die Spitze eingeholt und wir liefen als Quartett bis zur Wechselzone, die wir nach 10,3 Kilometern in 35:49min (Schnitt 3:29min/km) erreichten. Der Wechsel, den ich am Mittwoch nochmal intensiv geübt hatte, klappte perfekt und nach wenigen hundert Metern lag ich an der Spitze des Feldes. Nach 4 Kilometern wurde ich dann zum ersten Mal eingeholt, später auch noch nach km6 und km 10. Ich lag also auf Position 4 und dank Simone war ich auch über die AK-Platzierung gut informiert. Dort lag ich auf dem Silber-Rang. Die 40km Radstrecke war in 3 Runden aufgeteilt, jeweils mit 2 längeren Anstiegen. Bergauf ging es mir recht gut, in der Ebene konnte ich leider nicht mithalten. Wenigstens ging es in der Spitze sehr fair zu, was bei den Pulks (Windschattenfahren ist ja eigentlich nicht erlaubt!) im Mittelfeld leider nicht der Fall war. Hier griffen die Kontrolleure meiner Meinung nach nicht ordentlich durch. Ich hatte auch hier immer mal wieder Probleme mit den Pollen, plötzlich war mein Hals wieder rauh, dann war wieder alles bestens. In der 3. Runde lief es dann am richtig gut, ich konnte wieder problemlos trinken, mein Mund war nicht mehr ganz so trocken und auch die Beine fühlten sich wieder besser an. 1:03:39 Std bedeuteten die 33. Radzeit, da merkt man, dass hier noch Platz nach oben sein müsste. Vorallem längere Radeinheiten, haben dieses Jahr leider noch gefehlt. Der nächste Wechsel wieder ziemlich flott. Die letzten beiden Runden durch die Backnanger Altstadt mit dem langen Anstieg hatte ich mir in unter 20 Minuten vorgenommen, was ich mit 20:07 leider knapp verpasste. Trotzdem bedeutete das die 4. schnellste Laufzeit. Von der Platzierung veränderte sich auch nichts mehr, als 4. Gesamt und als Deutscher Vizemeister in der AK30 ging in nach 1:59:37 Std über die Ziellinie. Zur Goldmedaille fehlten 50 Sekunden, die ich wohl auf dem Rad verloren habe. Insgesamt bin ich aber top zufrieden.

Außerdem durfte ich mir bei der Siegerehrung dann auch noch eine Goldene umhängen. Zusammen mit Christian und Michael holten wir noch den Deutschen Meistertitel in der AK30/35!

Ebenso Deutscher Meister wurde unsere M40/45 Mannschaft mit Volker (3. AK40!), Stefan und Manni!

Die ganze letzte Woche war ich schlapp. Ich schaffte es einfach nicht mich vom 25er in Seligenstadt zu erholen. Das Tempotraining fiel komplett flach. Höhepunkt dann am Donnerstag, als ich mich im Walkingtempo durch den Hösbacher Wald schleppte. Ich glaube, wenn ich sicher gewesen wäre, dass mich niemand sieht, wäre ich wirklich zwischendurch gegangen ;-) Am Samstag liefs dann erstmals etwas lockerer, aber bedingt durch die hohen Temperaturen wurde es auch da am Ende hart.

Die neue Woche begann mit einem Feiertag und mit dem letzten Test für die Duathlon DM am 26.04. Nachdem die ersten beiden Testwettkämpfe in Niederrodenbach (10km, fast Bestzeit) und Seligenstadt (25km, deutliche Bestzeit) zu Fuß sehr positiv waren, freute ich mich auf meinen Fahrradtest. Beim Radrennen „Rund um Köln“ hatte ich mir die 100km Runde ausgesucht. Das Ziel war, noch eine harte Belastung auf dem Rad zu haben und hoffentlich mit einem guten Gefühl nach Backnang fahren zu können. Anders als im Rest Deutschlands, wo die Sonne schien, lag Köln im Nebel und die Temperaturen lagen nicht gerade im Wohlfühlbereich. Direkt nach dem Start ging es gleich heftig zur Sache, das Feld war sehr nervös, jeder wollte vorne dabei sein, dauernd musste man Angst haben, irgendein Doller fährt einem ins Rad. Ich versuchte mich so weit wie möglich rauszuhalten und hoffte auf die ersten Berge. Ich konnte immer in der ersten Gruppe mitfahren, der aber auch noch mindestens 100 Fahrer angehörten. Der erste Anstieg nach 13 Kilometern sortierte das Feld erstmal, leider ging es danach wieder etwas lockerer zu, dass wieder viele das Loch zufahren konnten. Zwischen Kilometer 50 und 75 ging es dann endlich mehr zur Sache. 3 ordentliche Anstiege, die unsere Gruppe auf 20 Mann reduzierte. Leider ging am letzten Anstieg eine 6er Gruppe weg, die ich verpasste. Zu dritt versuchten wir dann die Spitze wieder einzuholen, kamen auch erst immer näher, musste dann aber doch passen und liesen die andere Gruppe hinter uns wieder rankommen. Am nächsten Anstieg verklemmte sich meine Kette, ich musste kurz absteigen und verlor den Anschluss. Alleine hatte ich keine Chance wieder ran zufahren. 15 Kilometer war ich danach völlig auf mich gestellt. Als die Hundert Kilometer absolviert waren und ich auf das Ziel hoffte kam von hinten eine Gruppe mit fast Hundert Fahrern und überrollte mich fast. Eben noch auf Platz 20, jetzt wieder mitten im Feld. Am Ende waren es dann 115 Kilometer. Ich blieb in der Gruppe und hielt mich im Spurt um die Plätze schön raus. Und als ich später einen Sturz auf der Zielgerade sah, ein paar Minuten hinter uns, wusste ich auch, dass es besser war. Da ist ein Lauf mit ein paar tausend Läufern viel entspannter und ungefährlicher. Am Ende war ich froh, dass ich und mein Rad alles sturzfrei überstanden hatten. Unterwegs war mir einer in die Seite gefahren, Lenker an Lenker sind wir in die Kurve und einen riesigen Schlag tat es, als er mit seinen Pedalen in meinen Vorderradschnellspanner krachte. Das war einfach nur Glück, dass wir uns nicht überschlagen haben. Auch der Sturz, als einem der Reifen platzte, und er mehrere Meter über die Straße schlitterte, durch den Straßengraben unter einem Weidezaun auf eine Wiese rutschte, nicht gerade lustig anzusehen. Am Ende stand auf der Ergebnissliste der 75. Platz, praktisch zeitgleich mit dem 20. Ein 38,2km/h Schnitt über 115 Kilometer und einem Durchschnittspuls von 157 (79%). Und die Gewissheit, dass die Form passt und ich mit etwas Glück hier unter die Top 20 (900 Finisher) gefahren wäre. Heute bin ich dann wieder locker in die Firma gefahren, Mittags ein lockeres Läufchen und am Abend noch ein kleines Koppeltraining. Auf dem Heimweg die ersten 20km recht locker, dann die letzten 5 Kilometer im 36er Schnitt, direkt die Laufschuhe an und noch 3 Kilometer Vollgas: 3:26, 3:22, 3:13min.

Vor dem Lauf hatten wir es noch davon: Wie ich vor 2 Jahren beim 25er in Seligenstadt lange geführt hatte und bei Kilometer 19, ohne dass ich wesentlich langsamer geworden war, plötzlich von Phillip Büttner überrollt wurde. Er hatte auf seinem Trainigsplan für Mainz einen Testwettkampf im Marathontempo, mit 5 Kilometer Endbeschleunigung.

Diesmal hatte ich mit Roeger Brent einen Begleiter, der Anfangs viel Druck machte, sobald es etwas wellig wurde, gab er Gas. Ich nahm mir also vor, möglichst lange an ihm dran zu bleiben und eine gute Zeit zu laufen. Vorgenommen hatte ich mir, an meine PB von 1:28:15 Std möglichst nahe heranzukommen. Nach einem etwas verhaltenem ersten Kilometer, hatten wir uns bald auf Zeiten um die 3:25 min/km eingependelt. Kurz vor der ersten Wende bei Km 7,5 hatte ich erstmals das Gefühl meine Begleitung könnte etwas schwächeln. Bei km 10 (34:24min), an der Verpflegung hatte ich dann erstmals eine Lücke, die er aber schnell wieder schloss. Weitere 4 Kilometer später konnte ich mich dann doch absetzen und als erster durch das Ziel laufen, allerdings nur um auf die 2. Schleife zu gehen, diesmal den Main in die andere Richtung entlang. Bei Kilometer 19 dachte ich kurz an 2007, aber diesmal von hinten noch niemand zu sehen. Weitere 1000m später am letzten Wendepunkt, bemerkte ich mein Verfolgerduo, gute 100m hinter mir. Nicht mehr Roeger Brent, sondern Marco Diehl und Phillip Ratz (der 2007 noch Büttner hieß). Das gleiche Programm wie damals, nur war ich diesmal etwas schneller und deshalb schon fast bei Kilometer 23 als ich überrollt wurde. Meine Zeiten waren weiter konstant bei 3:30 min/km oder schneller gewesen. Ich versuchte noch etwas mich hinten reinzuhängen und lief so km 24 in 3:23min, trotzdem waren sie bald weg. Später hörte ich, sie wären die letzten 5km im 3:14er Schnitt gelaufen. Meine letzten 1000m dauerten dann noch mal 3:25min und nach 1:26:29 Std war auch dieser Test auf dem Weg nach Backnang bestanden. Wenn man seine Bestmarke um 1:45 min steigert und 25km im 3:27er Schnitt läuft kann man aber auch einen 3.Platz gut wegstecken.

Das Gefühl der letzten Wochen hat sich mal wieder bestätigt: Um so länger die Strecke wird, um so besser läuft es zur Zeit.