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Nachdem letzte Woche eigentlich nur der lange Lauf richtig gut lief, hatte ich schon ein bisschen Bedenken, was meine Form betrifft. Die Wettkämpfe bisher alle Top, aber im Training große Probleme mit den Vorgaben. Aber das änderte sich zum Glück diese Woche. Los gings mit einem 16km Tempolauf am Montag. Diesmal in aller Frühe, ließ ich es auf dem Radweg von Niedernberg nach Aschaffenburg und dann durch Damm nach Hösbach schön rollen. Laut Plan sollte ich mich irgendwo zwischen 3:31 und 3:41min/km aufhalten. Mit einer 3:36 war ich dann auch genau in der Mitte. Die nächste harte Einheit folgte dann am Mittwoch mittag mit den 3×4000m. Diesmal war ein Tempo von 3:23min/km vorgegeben, was einer Zeit von 13:32 min entspricht. Anfangs noch mit Ingbert im Schlepptau, dann bald alleine konnte ich ohne wirklich an die Grenze zu gehen in 13:25, 13:29, 13:31 ordentliche Zeiten hinlegen.

Die letzte wichtige Einheit der Woche war dann wieder der Lange. Eine Woche vor dem Jungfrau-Marathon in Interlaken/CH musste ich ein bisschen lockerer machen, wollte aber wegen meinem Hauptwettkampf in München auch nicht ganz auf Tempo verzichten. Also nahm ich mir vor sowohl die ersten 29km als auch die Endbeschleunigung 30 sec. langsamer zu machen als in der Vorwoche. Direkt nach der Arbeit lief ich also von Hösbach nach Klein-Umstadt. Das Wetter war ideal und so konnte ich die 29 km Einrollen schön geniesen. 4:39min/km kamen im Schnitt heraus. Auf den letzten 6 etwas welligen Kilometern blieb ich mit 3:58-3:58-3:59-3:53-3:55-3:56 auch noch im grünen Wohlfühlbereich.

Die nächste Woche werde ich jetzt schön locker machen. Am Mittwoch fahr ich nach Friedrichshafen auf Messe, dann gehts direkt weiter in Schweiz.

Am Montag startete die offizielle Vorbereitung für das Projekt „München 2009″. Im Trainingsplan stand ein 16km Lauf, Tempo unter 3:40min/km. Aufgrund der hohen erwarteten Temperaturen stand ich ganz früh auf und wollte schon vor der Arbeit laufen. Aber es ging nichts. Nach ein paar Kilometern lockerem rumgejogge fuhr ich dann doch erstmal zur Arbeit.  In der Mittagspause, bei sehr hohen Temperaturen, konnte ich die Vorgaben nicht einhalten, aber immerhin habe ich mich bemüht. Nicht viel besser lief es Mittwoch bei den 3×4000m. Schon nach den ersten war Feierabend, ich habe dann versucht mich noch halbwegs schnell aus der Affäre zu ziehen, aber zum Ende ging garnichts mehr. Der Lichtblick diese Woche war dann mal wieder der lange Lauf. Zusammen mit Timo ging es Samstag auf eine schöne Runde. Anfangs waren die Temperaturen noch richtig angenehm, nach 20 km kam dann die Sonne aber dann so richtig raus. Diesmal ging es natürlich nicht so zur Sache wie bei unserem Duell in Güttersbach, aber langsam waren wir auch nicht gerade. Immer wieder nahmen wir Tempo raus, aber spätestens 1 Kilometer danach hatten wir wieder unser altes Tempo drauf. So hatten wir schon vor dem Beginn der Endbeschleunigung einen Schnitt von unter 4:15 min/km. Dann gaben wir richtig Gas und es lief richtig gut. 3:28, 3:28 und der letzte km trotz 180° Wende noch in 3:32.

Etwas verspätet noch ein Foto vom Zieleinlauf in Güttersbach

Zieleinlauf Güttersbach     Foto: Sarah von Kutzleben

Zieleinlauf Güttersbach Foto: Sarah von Kutzleben

Der Halbmarathon in Güttersbach hat mich ganz schön Kraft gekostet. Die ganze Woche hatte ich richtig schwere Beine, die Oberschenkel waren immer direkt nach dem loslaufen hart. Dementsprechend waren sowohl Umfang als auch Tempo in dieser Woche etwas mager. Immer hin wurde es zum Wochenende hin etwas besser. Heute hatte ich mir eine schöne neue 35er Strecke auf den Forerunner geladen.  Das ging dann schon recht gut. Nächste Woche startet dann laut Plan die direkte Vorbereitung für München und damit auch die Endbeschleunigung. Ich freu mich schon.

Gestern war es soweit: Der große Test für den Jungfrau-Marathon.  Zusammen mit Timo machte ich mich auf den Weg nach Güttersbach im Odenwald zum Güttersbacher Halbmarathon. 2007 hatte ich hier in der Vorbereitung zum Marathon in Karlsruhe auf dem Kurs mit über 400 hm schon einmal gewonnen. Diesmal war für mich aber Timo der Favorit, mit seiner 1:09 Std beim Berliner Halbmarathon und weiteren persönlichen Bestzeiten ist er dieses Jahr in seiner besten Form. Er befindet sich mitten in der Vorbereitung zum Berlinmarathon, wo eine Zeit unter 2:30 Std wohl auf jeden Fall möglich sein sollte.

Güttersbacher Volkslauf

Zu laufen war erst eine längere Runde von 14 Kilometern, dann noch eine verkürzte Runde von gut 7 Kilometern. Die ersten 5,5 km geht es mal mehr, mal weniger steil nach oben. Timo und ich machten abwechselnd Tempo und liefen trotz Steigung im Schnitt 3:40 min/km. In den steileren Abschnitten fühlte ich mich sehr gut, sobald es etwas flacher wurde war Timo im Vorteil. Nach 8 Kilometern lief mir Timo dann erstmals weg und ich bekam Probleme mit den Oberschenkeln. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mein gesamtes Erspartes auf Timo gesetzt. Ich verfluchte die 46 Kilometer vom Mittwoch und ärgerte mich, dass ich nicht mal die erste Runde mitlaufen konnte. Aber das Tempo war immer noch höllisch hoch, die 10er Marke passierten wir kurz nach 35 Minuten. Am langen Bergabstück konnte ich dann doch wieder aufschliesen. Auch in Richtung Ziel liesen wir es ordentlich krachen, und wurden beim Durchlauf begeistern empfangen. Hier in Güttersbach ist das ganze Dorf auf den Beinen wenn Volkslauf ist, auch dadurch ist die Veranstaltung wirklich empfehlenswert. Nun gehts wieder hoch. Den Anstieg kennt man ja von der ersten Runde, aber diesmal darf man ein wenig früher abbiegen und sich wieder nach unten stürzen. Timo attakierte bergauf 2-3 mal und es war nur eine Frage der Zeit, bis ich ihn laufen lassen müsste. Doch dann kam Kilometer 16. Plötzlich wurden die Beine locker, ich fühlte mich wieder richtig gut, konnte wieder eine kleine Lücke zulaufen, und dann sogar vorbeigehen. Auf einmal hatte ich einen kleinen Vorsprung und zog einen kleinen Zwischenspurt an. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es eine super Zeit werden würde und ich lag in Führung, da waren die brennenden Oberschenkel vergessen. Ich hatte immer das Gefühl Timo sitzt mir im Nacken, ein paar Mal hörte ich ihn hinter mir, aber ich traute mich nicht, mich umzudrehen. Vor dem Start hatte Matthias Gerlach, einer der Veranstalter gemeint: „Eine 1:15 hatten wir schon, ich hätte gerne dass ihr heute eine 1:14 lauft.“ Ich stürzte mich also wieder kopfüber ins Ziel. Das Bergabstück ging nochmal richtig auf die Knochen, ich war absolut am Limit. In 1:14:39 Std konnte ich die Zeit aus meinem Rekordjahr 2007 um 50 sec verbessern. Timo kam eine knappe Minute später und war auch mit seiner persönlichen Bestzeit auf dieser Strecke sehr zufrieden.  Bei der Siegerehrung kam dann noch eine besondere Überraschung. Neben einer schönen Rono-Laufweste, Nudeln und Soße bekam ich für den „neuen deutschen Streckenrekord“ (offiziell: 1:09:11 Std Tendai Chimusasa) ein Schlemmer Abendessen für 2 Personen, auf das wir (Simone und ich) uns schon sehr freuen.

Es geht wieder los: Mehr Kilometer, schnellere Einheiten.

Am letzten Wochenende ging es noch etwas ruhiger zu: Wir waren zu Besuch auf der Insel Lindau, bei meinem Bruder. Am Samstag Mittag eine schöne Wanderung, danach relaxen am Bodensee. Da wir die Neos dabei hatten, wagten wir auch den Sprung in den See. Das hätte ich mir vor einem Jahr auch nicht träumen lassen, dass ich mal freiwillig in so einen großen See mit so vielen Wellen zum Schwimmen gehe, richtig weit vom Ufer weg. ;-) Hat aber gut geklappt, sogar das unruhige Wasser konnte mich nicht aus der Ruhe bringen. Am Sonntag dann eine super Radtour, den Oberschwaben-Radmarathon. Lauter kleine, ruhige Straßen, fast die gesamten 170km von einem Bauernhof zum nächsten. Hier die Strecke. Leider hatte ich ein wenig Pech mit dem Wetter, die letzten 50 Kilometer wurde ich richtig nass.

Am Montag dann der erste 15km Testlauf, in noch lockeren 3:56 min/km. Da am Wochenende der erste Testwettkampf in Güttersbach ansteht, habe ich den langen Lauf auf heute vorgezogen, allerdings ein bisschen aufgeteilt: 23 km zur Arbeit, 23 km zurück. Ich denke bringt auch was und die Erholung geht vielleicht etwas schneller.