Ziemlich kaputt bin ich heute, aber mehr als zufrieden. Mitten in der Nacht sind wir nach einem schönen, anstrengenden Wochenende zurück aus Ungarn.Um 8:30 früh war der Startschuss und das war auch gut so. Schon jetzt waren es frühlingshafte Temperaturen, die bis Mittags auf 27 Grad kletterten.
Direkt nach dem Knall ging es los, als wäre der Tod hinter uns her. Kilometer 1 ins 3:10 min. Bei einer der vielen Wenden nach knapp 2 Kilometern konnte ich es nicht glauben: Nur ca. Platz 75 in diesem riesigen Feld (Rekordteilnehmerzahl für eine WM: 852). Was haben die alle vor? Meine Vermutung dass sich hier doch einige etwas übernahmen erwies sich aber schnell als richtig. Nach der ersten Laufrunde (14:57 min) lag ich schon auf Platz 47. Schön stetig ging es weiter nach vorne. Die Runde hatte nur eine Steigung, eine Autobahnauffahrt, aber drei 180°Wenden, in denen es teilweise auch noch nass war von der Verpflegungsstellen. Die 2. Runde war noch mal 4 sec schneller, und als 27. stürmte ich nach 29:09 min (Geile neue 10km Bestzeit, oder? Naja, auch für die knapp 9 Kilometer die mein Garmin anzeigte war die Zeit auch ok.) in die Wechselzone. So etwas habe ich noch nie gesehen: fast 500 Meter, Rad an Rad. Da die Wechselzone noch gut gefüllt war, dauerte es einen Moment bis ich mein Rad hatte und verlor 9 Plätze bis ich auf dem Rad saß. Der Umstieg gelang super, ich hatte sofort einen guten Rhytmus. Auch hier war die letzte Runde die schnellere. Teilweise gab es heftige Rudelbildung, obwohl Windschattenverbot. Ich habe versucht mich so gut wie möglich aus allem rauszuhalten. Einmal kam eine große Gruppe von hinten und mit ihnen ein Motorrad mit ein Wettkampfrichter. Ich bin ganz nach rechts um bloß nicht in Verdacht zu kommen. Plötzlich hat er angefangen wie wild gelbe Karten zu verteilen. Ich blieb, gerechterweise, verschont.
Der zweite Wechsel aufs die Laufstrecke klappte wieder ganz gut, auch wenn bei der Laufschuhsuche wieder etwas Zeit liegen blieb. Ich konnte Als 25. und mittlerweile 6. AK ging es auf die letzten 5 Kilometer. Ich fühlte mich super, die Gruppe die direkt hinter mir aus der Wechselzone kam hängte ich schnell ab und kämpfte mich langsam nach vorne. Exakt 16:00 min benötigte ich für die Runde (ca. 4,7 km).  7Plätze in der Gesamtwertung und leider nur noch einen in der AK konnte ich gut machen.
Aber ein Hammer-Feeling dort über die Zielline zu laufen.
Insgesamt 6 Weltmeistertitel hat das 36köpfige Team Germany geholt.
Mir fehlten am Ende als 5. gerade mal 16 sec auf Platz vier und 56 sec. aufs Podest.
Aber ich bin hochzufrieden, ich war praktisch ständig am Limit, aber ohne Einbruch kam ich durch und konnte am Ende noch Druck machen.
Mein Teamkollege Thomas Kraus von der TSG kam knapp 10 Minuten hinter mir, als 31. AK ins Ziel. Auch bei ihm lief es rund, er war sehr zufrieden.

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