Am Sonntag ging es dann mal wieder um 6.00 Uhr morgens Richtung Schwarzwald, genauer gesagt nach Wolfach-Kirnbach. Das Moosenmättle wartete auf mich und 500 weitere Starter.
Durch die Ausrichtung der Deutschen Seniorenmeisterschaften war ein sehr großes Feld am Start.
Ich stand rechtzeitig an der Linie und hatte mir ein schönes Plätzchen in der ersten Reihe ausgesucht. Kurz vor dem Startschuss stellten sich dann ca. 100 Läufer einfach vorne dran auf. Es wurde dann heftig nach hinten gedrängelt bis alle unter dem Startbanner standen, ich selbst plötzlich in Reihe 20. Nach dem ersten flachen Kilometer hatte ich mich dann wieder nach vorne gearbeitet, kurz hinter der Spitzengruppe. Die Seniorenläufer (ab AK 40)hatten noch eine zweite Nummer auf dem Rücken, da konnte ich gut sehen wer sicher nicht in meiner Klasse ist. Das Ziel war heute nämlich mindestens Platz 2 in der Altersklasse, da es dafür einen Bleikristall-Glaspokal der Dorotheenhütte gab, für den Dritten nur einen Honigpreis. Vorne bildete sich ein Trio, ich dahinter. Als der Erste sich absetzte verlor ich ihn bald aus den Augen, irgendwann war ich dann ganz alleine unterwegs, von hinten hörte ich aber noch ein paar Schritte.
Der Moosenmättlelauf ist mit 10,5 km und 520 Hm eigentlich der flachste in der ganzen Serie. Allerdings sind die angegeben Höhenmeter nur vom niedrigsten Punkt bis zum Höchsten. Da es 2 längere Bergabstücke gibt, schätze ich mal sind es real über 600 hm. Wenn man jetzt noch sieht dass insgesamt fast 4 Kilometer flach oder bergab gehen, sind die 600 Höhenmeter verteilt auf die 6,5 Kilometer bergauf allerdings nicht von schlechten Eltern. Wenn es hochgeht, dann richtig.
Nach Kilometer 4 schloss dann ein junger Läufer zu mir auf, auf meine Tempoverschärfung auf dem anschließenden Bergabstück hatte er aber keine Antwort. Er kämpfte sich im steilen wieder heran und zog vorbei. Bei Kilometer 7 ging es dann wieder hinunter, da zog ich wieder vorbei. Zwischen 8 und 9 dann das steilste Stück, ich versuchte dranzubleiben, denn vorne kam plötzlich der 3. wieder in Sichtweite. Bei 9,5 ein kurzer Anstieg, dann ging es fast flach ins Ziel, allerdings auf dem schmalen Trail, teilweise über nasse Wiese, dann wieder über Wurzeln nicht einfach zu laufen. Hinter mir tauchte dann auch noch einer auf, der hatte aber vor den Wurzeln etwas zu viel Respekt und verlor wieder Zeit. Ich kam immer näher an den Läufer vor mir heran der mittlerweile von meinem ehemaligen Begleiter abgehängt worden war. Am Ende fehlten 6 Sekunden, 500 Meter mehr, dann hätte ich ihn gehabt. Es war übrigens ein recht prominenter Gegner: Udo Bölts, mit Team Telekom und Team Gerolsteiner vielfacher Finisher der Tour der France. Er holte sich den Deutschen Meistertitel in der M 40.
Für mich blieb am Ende in 45:19 min Platz 5 und der Altersklassensieg. Ohne das Bergzeitfahren wäre vielleicht sogar ein Podestplatz möglich gewesen, 20 sec. fehlten. Durch die knappen Abstände nach vorne konnte ich aber diesmal ordentlich Punkte für die Serienwertung sammeln.
Der Tote-Mann-Berglauf am nächsten Samstag fällt wegen organisatorischer Probleme aus, was mir aber gar nicht Ungelegen kommt. Erstens feiert meine Schwester dann ihre Sommerparty, und Zweitens war ja heute der erste Tag der direkten Marathonvorbereitung. Das heißt ich kann in dieser Woche den Umfang schon nach oben fahren ohne auf einen Wettkampf Rücksicht nehmen zu müssen und am Wochenende schön einen 35er machen.

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