Kaiserwetter – Kaisermarathon. Die äußeren Bedingungen waren wirklich traumhaft gestern.

Um 11 Uhr wurden wir auf die Strecke geschickt und drehten erstmal eine 7 Kilometerrunde Richtung „Sunnseitweg“. Mit ein paar leichten Anstiegen und leicht wellig war die genau nach meinem Geschmack. Es bildete sich sofort eine Spitzengruppe mit Wyatt, den beiden Kenianern und Schwarz und Heigl, zwei Österreichern. Dahinter eine Verfolgergruppe mit Stephan Tassani-Prell, den ich vom Transalpine-Run kenne und mir. Irgendwann kamen wir wieder näher und so kam es dass wir bald eine Gruppe waren und lange zusammen liefen. Die Stars hatten es nicht besonders eilig, eimal blieben sie in seelenruhe stehen und pinkelten am Wegesrand. So kam es dass Stephan und ich als wir nach 7 km wieder nach Söll kamen die Führung inne hatten und uns den größten Applaus abholen durften. Mit 29:06 waren wir bis dahin gemütlich unterwegs. Danach dann gleich der erste Angriff, aber es wurde immer wieder Tempo herausgenommen und wir schlossen wieder auf. Nach 14 Kilometern war ich dann mit Wyatt, Schwarz und Ambrose Bitok alleine. Kiplomo Bett hatte sich nach vorne abgesetzt, die anderen waren nach hinten weggefallen.  In 54:29 gingen wir hier durch. Den Halbmarathon, bisher waren es 400 Höhenmeter, ging ich in 1:21 durch. Ab hier galt es. Das war die ganze Zeit wie beim 35er und dem warten auf die Endbeschleunigung. Bisher war das nur einrollen, auf den nächsten 21 Kilometer warteten 1600 Höhenmeter auf mich, davon 600 auf den letzten 3,5 Kilometern. Zuerst ging es den Hartkaiser hoch. Meist gleichmäßig nur wenige steile Rampen. Ich ging wieder an Schwarz vorbei. Ganz oben waren wir dann wieder zusammen, bei wurden schon langsam die Beine schwer und bergab musste ich ihn laufen lassen. Oben waren wir nach 2:05 Stunden,  29 Kilometer waren absolviert. Ich versuchte auch das Tempo hoch zu halten, um möglichst niemanden von hinten herankommen zu lassen. Nach 2:45 war das Hexenwasser erreicht und damit war der Spaß zu Ende, die letzten 3,5 Kilometer waren die größte Quälerei die ich je erlebt habe. So schlecht ging es mir noch nie beim Laufen. Insgesamt bin ich noch ca. 150 Meter gejoggt,  den Rest gegangen. Besser gesagt geschwankt. Mein Laufstil erinnerte stark an die eines Zombies aus diversen Filmen. Ich wollte mich hinlegen. Irgendwann überholte mich Stephan. Zum Glück war nach hinten viel Platz. An der Verpflegung hab ich mir mehrere Riegel Schokolade reingestopft und es wurde kurzfristig etwas besser. Die Zuschauer feuerten mich super an, aber es half nicht viel. Die letzten 100 Meter noch mal eine brutale Rampe, einer aus meiner AK zog vorbei, nichts zu machen. Er nahm mir noch 30 Sekunden ab!

Oben das erste Käsebrötchen schlang ich ohne Kauen am Stück hinunter. 3 MilkyWay, 4 Stück Apfel, ein weiter Käsebrötchen, 6 Schokowaffeln, ein Liter Iso, 2 Becher Tee. Ich fror wie ein Hund. Leider konnte ich die Aussicht und das Panorama nicht geniesen, ich setzte mich bald in die Bahn nach unten.

Dort bin ich sofort in die Sauna und wärmte mich auf. Langsam kamen die Lebensgeister wieder.

Um 19.00 Uhr dann der Video des Tages und die Siegerehrung. Man konnte auch bilder vom Zieleinlauf sehen: Erschreckend.

Trotz allem muss ich zufrieden sein: Platz 7, wobei Stephan nur Staffelläufer war und 3. AK. Insgesamt bin ich jetzt auf Platz 6 und 2. M30, allerdings nur 31 sek. auf den 3. und 1:50 auf den Holzplatz. Heute beim flachen (?) Halbmarathon muss ich also noch mal alles geben. Die Beine sind schwer, aber das kenne ich ja vom Brüder Grimm und vom Transalpine-Run.

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