….dann erlebt man auch was. Das musste am Wochenende auch Simone feststellen. Auf dem Weg ins Kaunertal kamen wir erstmal nur bis Pforzheim-Ost. Beim ersten Tankstopp zischte der Wasserdampf aus der Motorhaube. Die lies sich nicht öffnen, da der Zug ausgehängt war. Eine Stunde auf den ADAC warten, der allerdings auch nicht weiterhelfen konnte. Fast eine Stunde auf den Abschlepper warten. Pünktlich zum Feierabend waren wir dann in der Werkstatt. „Klar, kein Problem, schauen wir gleich am Montag.“ Blöd, wenn man gleich nach Österreich muss. Aber dank ADAC und Simones Plus-Mitgliedschaft hatten wir kurz darauf einen Touran-Leihwagen. Alles umladen und die Reise konnte weitergehen. In Lindau haben wir dann noch Martin samt Rad eingeladen und ohne Zwischenfälle waren wir tatsächlich pünktlich 18:00 Uhr in unserer Pension in Ried. Dort haben wir die Startunterlagen geholt und anschließend unsere eigene Nudelparty veranstaltet.
Am Sonntagmorgen fieberten wir dann hoch motiviert bei schönstem Sonnenschein dem Start entgegen. Simone lud Martin am Gletschersee aus, wo der Start für die 19 km und 900 Höhenmeter Strecke war und fuhr selbst auf den Gipfel hoch. Mein Start war direkt in Ried, wo mir 41 Kilometer und knapp 1900 Höhenmeter bevorstanden.
Der Beginn war neutralisiert, da sich im letzten Jahr schon auf der ersten Holzbrücke diverse Fahrer gegenseitig von der Fahrbahn geschossen hatten. Also ging es recht gemütlich los, bis ins Nachbarort, wo das Tempo freigegeben wurde und der erste Anstieg wartete. Ich wollte aufs kleine Kettenblatt schalten und die Kette fiel herunter und wickelte sich ums Tretlager. Zum Glück konnte ich den Schaden schnell beheben, fand mich trotzdem gut 200 m hinter dem Besenwagen wieder. Das Tempo war noch verhalten, und so konnte ich kurze Zeit später wieder aufschließen und mir wieder einen Platz in der Top 30 suchen.
Der erste Teil bis Kilometer 19 war durchaus gemütlich. Die Profis vorne wollten sich noch nicht wehtun und so konnten wir Hobbyfahrer noch schön in der Spitzengruppe mithalten. Dann kam die erste Rampe, die ersten 25 waren vorne weg. Am Stausee ging es dann wieder kurz flach uns sogar eine längere Abfahrt hinunter. Zusammen mit 3 weiteren Fahrern schloss ich so wieder zur Spitze auf. Dabei gab es einige Überholmanöver, da einige Begleitfahrzeuge schon nach vorne gefahren waren. Ich versuchte jetzt möglichst lange vorne dabei zu bleiben, was auch trotz einiger Rampen bis Kilometer 30 gut gelang. Einige hatten sich schon nach hinten verabschiedet, so dass ich jetzt wohl gerade so Top 20 war. Langsam wurden die Steigungen heftiger, flache Stücke gab es nicht mehr und die Luft wurde dünner. Die 2000er Grenze war schon passiert. Ich konnte mein Tempo gut durchfahren, ein paar Mal hab ich versucht einen Gang leichter zu schalten und musste feststellen, dass es nichts mehr gab wo ich hätte hinschalten können. Mittlerweile war Kilometer 35 erreicht und ich lag auf Platz 15. Jetzt setzte Schneefall(!) ein und mit kurzer Hose und kurzem Trikot wurde es doch recht frisch. In den beiden Kehren über mir zählte ich 11 Radfahrer, also aller außer der Top 3 hatte ich noch im Sichtfeld. Das Ziel auf 2700 Metern kam dann auch langsam in Sicht. Die Kälte, die dünne Luft und der Schnee zogen ganz schön die Kraft aus den Beinen.
Nach 1:54:57 Std waren die 1870 Höhenmeter und 41 Kilometer geschafft. Im Gesamtfeld, gespickt unter anderem mit dem österreichischen Bergfahrmeister, dem 3. der Österreichischen Mountainbike Meisterschaft, dem Vorjahressieger, Fahrern aus dem tschechischen Hrinkow Team und dem Raiffeisenradteam Tirol konnte ich den 15. Platz halten, was in der Hobbyklasse Platz 1 in der Altersklasse und Gesamt bedeutete. Oben warteten schon Simone und Martin, der auf der Kurzstrecke in 1:05 Std. Platz 4 Gesamt und 1. AK wurde.
Die Skifahrer, die dick vermummt vom Skilift kamen, staunten nicht schlecht als es plötzlich vor lauter dünn bekleideten Radfahrer wimmelte.
Nach der Siegerehrung machten wir uns auf die Heimfahrt von einem ereignisreichen Wochenendausflug. Heute Morgen fuhren wir dann um 6:00 Uhr wieder Richtung Pforzheim um mein Auto zu holen und den Leihwagen zurückzugeben. Ein neuer Kühler und alles läuft wieder wie neu.

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