Schön waren sie, unsere Tage in der Schweiz.

Für den Jungfraumarathon waren meine Voraussetzungen eigentlich nicht ideal. Aus dem vollen Marathontraining für Essen heraus, 7 Tage vorher noch 38km mit Endbeschleunigung, am Freitag dann 7 Stunden über die Eurobike in Friedrichshafen gehetzt und danach direkt weiter in die Schweiz. Um kurz nach 21 Uhr als Allerletzter die Startunterlagen geholt, die Pension gesucht und gegen halb 12 im Bett gelegen.

Aber meine Ziele für den Marathon hatte ich ja mit „Spaß haben“, „Panorama geniesen“ und „unter 4 Stunden“ festgesetzt. Der Morgen verlief ganz streßfrei, von Aufregung nicht viel zu spüren. Sind ja nur 42 Kilometer und 1800 Höhenmeter. Nach dem Startschuß dachte ich, ich wäre bei einem 5000m Lauf. Nach der ersten Runde durch die Stadt Interlaken lag ich vielleicht auf Position 300. Ich trottete im 4er Tempo gemütlich drauf los und holte langsam alle ein, die merkten, dass mit ihrem Tempo was nicht passte. Unterwegs sah ich dann noch ein Stenger-Trikot. Es war David Karl, der mit dem Fahrrad unterwegs war und seinen Vater und  Robert Appelmann betreute. Ich war erstaunt über die vielen Zuschauer und die gute Stimmung. Fast wie bei einem Stadtmarathon. Wobei die ersten 25 Kilometer auch nicht viel anders waren. Ein paar Höhenmeter hatten wir gesammelt, aber dann ging es richtig los. Die Wand von Wengen. Schon viel davon gehört, jetzt sah ich sie endlich selbst. Von hier ab bis ins Ziel überholte ich 34 Läufer und wurde selbst nur 1mal überholt. Wenn es richtig steil wurde machte ich immer wieder Gehpausen, auch sonst lief ich schon ambitioniert, aber nicht an der Lesitungsgrenze. Als kurz vor Kilometer 40 der berühmte Dudelsackbläser zu hören war, konnte ich nochmal 3 Plätze gutmachen und die letzten 1000m ins Ziel, die es bergab geht konnte ich es auch noch richtig laufen lassen. Kurz nach dem Zieleinlauf kam mir dann auch Simone entgegen, die mit der Bahn etwas länger gebraucht hatte wie ich zu Fuß 😉 Abends schauten wir uns noch den Zieleinlauf der „Jungfraumeile“ und die Siegerehrung an.

Danach begann dann so richtig der Urlaub. Und zwar am Sonntag, bei trüben Wetter mit einem kleinen Spaziergang von ca. 9 km. Erstaunlicherweise hatte ich keinen Muskelkater und fühlte mich auch sonst recht fit. Die Knieschmerzen, die ich beim Lauf teilweise hatte kamen wohl wirklich von meinen durchgelatschten Marathonschuhen, die dann auch nicht mehr mit nach Hause durften. Am Montag wurde die Tour dann ausgedehnt. 21km mit knapp 1300 Höhenmetern. Bis auf den 2100m hohen Hogland ging es hinauf. Dienstag setzten wir dann noch einen drauf. Vom idyllischen Habkern (1100m), wo wir wohnten, liefen wir nach Interlaken (550m), machten einen Stadtbummel, schauten uns den Brienzer See an, erklommen 800 Höhenmeter am Stück hinauf zum HaderKulm (laut Hinweisschild 2:40 Std, wir brauchten 1:10Std), sammelten auf dem Grat (höchster Punkt 1750m)  Richtung Augsmatthorn weitere Höhenmeter und erreichten nach einem anspruchsvollen Abstieg gegen 18:30 wieder Habkern. Leider hatte ich vergessen meinen Forerunner aufzuladen, so dass ich ihn zwischendurch immer mal wieder ausmachen musste, aber es dürften so ca. 28 Kilometer und rund 1500 Höhenmeter gewesen sein. Am Mittwoch besichtigten wir noch die Wsserfälle in Trümmelbach, bevor es wieder Richtung Darmstadt zurück ging.

Vom Wetter her hatten wir richtig Glück, sowohl beim Wettkampf als auch bei unseren Wanderungen. Jetzt werde ich im Training noch ein bisschen Gas geben, am 21. September steht dann beim HM in Benzheim der letzte Test an.

Advertisements