Vor dem Lauf hatten wir es noch davon: Wie ich vor 2 Jahren beim 25er in Seligenstadt lange geführt hatte und bei Kilometer 19, ohne dass ich wesentlich langsamer geworden war, plötzlich von Phillip Büttner überrollt wurde. Er hatte auf seinem Trainigsplan für Mainz einen Testwettkampf im Marathontempo, mit 5 Kilometer Endbeschleunigung.

Diesmal hatte ich mit Roeger Brent einen Begleiter, der Anfangs viel Druck machte, sobald es etwas wellig wurde, gab er Gas. Ich nahm mir also vor, möglichst lange an ihm dran zu bleiben und eine gute Zeit zu laufen. Vorgenommen hatte ich mir, an meine PB von 1:28:15 Std möglichst nahe heranzukommen. Nach einem etwas verhaltenem ersten Kilometer, hatten wir uns bald auf Zeiten um die 3:25 min/km eingependelt. Kurz vor der ersten Wende bei Km 7,5 hatte ich erstmals das Gefühl meine Begleitung könnte etwas schwächeln. Bei km 10 (34:24min), an der Verpflegung hatte ich dann erstmals eine Lücke, die er aber schnell wieder schloss. Weitere 4 Kilometer später konnte ich mich dann doch absetzen und als erster durch das Ziel laufen, allerdings nur um auf die 2. Schleife zu gehen, diesmal den Main in die andere Richtung entlang. Bei Kilometer 19 dachte ich kurz an 2007, aber diesmal von hinten noch niemand zu sehen. Weitere 1000m später am letzten Wendepunkt, bemerkte ich mein Verfolgerduo, gute 100m hinter mir. Nicht mehr Roeger Brent, sondern Marco Diehl und Phillip Ratz (der 2007 noch Büttner hieß). Das gleiche Programm wie damals, nur war ich diesmal etwas schneller und deshalb schon fast bei Kilometer 23 als ich überrollt wurde. Meine Zeiten waren weiter konstant bei 3:30 min/km oder schneller gewesen. Ich versuchte noch etwas mich hinten reinzuhängen und lief so km 24 in 3:23min, trotzdem waren sie bald weg. Später hörte ich, sie wären die letzten 5km im 3:14er Schnitt gelaufen. Meine letzten 1000m dauerten dann noch mal 3:25min und nach 1:26:29 Std war auch dieser Test auf dem Weg nach Backnang bestanden. Wenn man seine Bestmarke um 1:45 min steigert und 25km im 3:27er Schnitt läuft kann man aber auch einen 3.Platz gut wegstecken.

Das Gefühl der letzten Wochen hat sich mal wieder bestätigt: Um so länger die Strecke wird, um so besser läuft es zur Zeit.

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