Gestern war es soweit: Der große Test für den Jungfrau-Marathon.  Zusammen mit Timo machte ich mich auf den Weg nach Güttersbach im Odenwald zum Güttersbacher Halbmarathon. 2007 hatte ich hier in der Vorbereitung zum Marathon in Karlsruhe auf dem Kurs mit über 400 hm schon einmal gewonnen. Diesmal war für mich aber Timo der Favorit, mit seiner 1:09 Std beim Berliner Halbmarathon und weiteren persönlichen Bestzeiten ist er dieses Jahr in seiner besten Form. Er befindet sich mitten in der Vorbereitung zum Berlinmarathon, wo eine Zeit unter 2:30 Std wohl auf jeden Fall möglich sein sollte.

Güttersbacher Volkslauf

Zu laufen war erst eine längere Runde von 14 Kilometern, dann noch eine verkürzte Runde von gut 7 Kilometern. Die ersten 5,5 km geht es mal mehr, mal weniger steil nach oben. Timo und ich machten abwechselnd Tempo und liefen trotz Steigung im Schnitt 3:40 min/km. In den steileren Abschnitten fühlte ich mich sehr gut, sobald es etwas flacher wurde war Timo im Vorteil. Nach 8 Kilometern lief mir Timo dann erstmals weg und ich bekam Probleme mit den Oberschenkeln. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mein gesamtes Erspartes auf Timo gesetzt. Ich verfluchte die 46 Kilometer vom Mittwoch und ärgerte mich, dass ich nicht mal die erste Runde mitlaufen konnte. Aber das Tempo war immer noch höllisch hoch, die 10er Marke passierten wir kurz nach 35 Minuten. Am langen Bergabstück konnte ich dann doch wieder aufschliesen. Auch in Richtung Ziel liesen wir es ordentlich krachen, und wurden beim Durchlauf begeistern empfangen. Hier in Güttersbach ist das ganze Dorf auf den Beinen wenn Volkslauf ist, auch dadurch ist die Veranstaltung wirklich empfehlenswert. Nun gehts wieder hoch. Den Anstieg kennt man ja von der ersten Runde, aber diesmal darf man ein wenig früher abbiegen und sich wieder nach unten stürzen. Timo attakierte bergauf 2-3 mal und es war nur eine Frage der Zeit, bis ich ihn laufen lassen müsste. Doch dann kam Kilometer 16. Plötzlich wurden die Beine locker, ich fühlte mich wieder richtig gut, konnte wieder eine kleine Lücke zulaufen, und dann sogar vorbeigehen. Auf einmal hatte ich einen kleinen Vorsprung und zog einen kleinen Zwischenspurt an. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es eine super Zeit werden würde und ich lag in Führung, da waren die brennenden Oberschenkel vergessen. Ich hatte immer das Gefühl Timo sitzt mir im Nacken, ein paar Mal hörte ich ihn hinter mir, aber ich traute mich nicht, mich umzudrehen. Vor dem Start hatte Matthias Gerlach, einer der Veranstalter gemeint: „Eine 1:15 hatten wir schon, ich hätte gerne dass ihr heute eine 1:14 lauft.“ Ich stürzte mich also wieder kopfüber ins Ziel. Das Bergabstück ging nochmal richtig auf die Knochen, ich war absolut am Limit. In 1:14:39 Std konnte ich die Zeit aus meinem Rekordjahr 2007 um 50 sec verbessern. Timo kam eine knappe Minute später und war auch mit seiner persönlichen Bestzeit auf dieser Strecke sehr zufrieden.  Bei der Siegerehrung kam dann noch eine besondere Überraschung. Neben einer schönen Rono-Laufweste, Nudeln und Soße bekam ich für den „neuen deutschen Streckenrekord“ (offiziell: 1:09:11 Std Tendai Chimusasa) ein Schlemmer Abendessen für 2 Personen, auf das wir (Simone und ich) uns schon sehr freuen.

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