10 Minuten daneben. So bin ich ja schon ewig nicht mehr eingebrochen. Eigentlich hatte ich gedacht, die Vorbereitung wäre wirklich gut verlaufen. Auch vor dem Start hatte ich mich richtig gut gefühlt.
Am Freitag abend sind wir zusammen nach München gefahren und haben in das schöne Suite-Hotel eingecheckt. Großes Zimmer, Badewanne, Internet… Am Samstag haben wir uns dann auf den Weg in den Olympiapark gemacht, Startunterlagen abgeholt, mal kurz über die Messe gelaufen und die wichtigen Stationen für Sonntag angeschaut: Eigenverpflegungsabgabe, Weg zum Start, Kleiderbeutelabgabe… Danach sind wir sehr zeitig wieder ins Hotel zurück.
Der Sonntag begann um 6.00 Uhr mit dem Frühstück, kurz vor 7 bin ich dann los Richtung U-Bahn und Olympiapark. Simone hat noch ein bisschen ausgeschlafen und ist dann direkt an die Strecke, km 8 war nicht weit von unserem Hotel. Nachdem ich meine Flaschen abgegeben hatte, konnte ich mich noch etwas ausruhen, bevor ich auch meinen Kleiderbeutel abgab und mich auf dem Weg zum Start machte.
Wie schon gesagt, die Beine fühlten sich locker an und ich war hoch motiviert. Pünktlich um 10 knallte der Startschuß und die 6000 Starter machten sich auf den Weg. Vorne gab es schnell eine 10er Gruppe, dann ein paar vereinzelte Läufer, dahinter eine weitere größere Gruppe in der ich mich befand. Mein Tempo war von Anfang an genau wie geplant und recht gleichmäßig. Bei Kilometer 5 knapp unter 18 Minuten, ich hatte mir einen defensiven Start vorgenommen und es passte gut. Unsere Gruppe löste sich dann Stück für Stück auf, im Englischen Garten war ich dann mit Charles Felix Mukasa aus Uganda alleine. Wir harmonierten super, hatten genau das gleiche Tempo und das gleiche Ziel. Bis Kilometer 10 hatten wir das Tempo etwas erhöht und gingen nach 35:44 durch. Stück für Stück holten wir zur Spitze auf, die schon lange außer Sicht war. Nach 15 Kilometern hatten wir den Englischen Garten hinter uns und gingen in 53:21 min durch Teilweise hatten wir jetzt wieder Sichtkontakt zum Führungsfahrzeug, beschlossen aber unser Tempo weiter durchzuziehen.
Die erste Hälfte war nach 1:15:04 um. Wir erhöhten das Tempo jetzt ein bisschen, wir wollten ja nicht in 2:30:08 ins Ziel laufen 😉
Was dann ab Kilometer 26 passierte weiß ich auch nicht so genau. Plötzlich war die Kraft weg, die Oberschenkel zu, ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Ich wurde immer langsamer und von Meter zu Meter wurde die Quälerei größer.
Die 2. Hälfte lief ich genau in einem 4er Schnitt.
Mein Ugandischer Freund brach später auch noch ein bisschen ein, er schaffte immerhin noch eine 2:35. Letztes Jahr in Kenia ist er seine Bestzeit von 2:28 Std gelaufen. Damit hätte man hier heute gewinnen können, doppelt ärgerlich dass heute gar nichts ging. Jetzt kann ich nur rätseln woran es lag. Vielleicht ein bisschen am Wind? Mit 180 Höhenmeter war die Strecke wohl auch nicht so flach, wie ich vorher erzählt bekam. Oder hat der Zahn, der Montags wieder ziemlich „gepumpert“ hat doch auch ein Wörtchen mitgeredet? Die Vorbereitung war meiner Meinung nach zumindest gut, auch wenn ich beim nächsten Mal vielleicht doch manches ein bisschen anders machen werde.
Die nackten Zahlen:
2:39:31 Std
13. Gesamt
3. Altersklasse

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