Manchmal kommt es einfach anders als man denkt. Ich hatte wirklich nicht versucht tiefzustabeln. Aber manchmal geht halt einfach was. Ich war zeitig nach Oberursel gefahren um ganz in Ruhe meine Unterlagen abzuholen und mein Rad einzuchecken. Schon auf dem Weg zum Startbereich traf ich viele Bekannte, unter anderem Marco Schneider der schon im Rennen der M40 Deutscher Vizemeister geworden war. Herzlichen Glückwunsch!

Hatte es morgens noch geregnet, so war es bis zum Mittag schön abgetrocknet und sogar die Sonne kam teilweise heraus. Immer mehr TSG’ler trafen ein, leider hatte aber Christian kurzfristig abgesagt. Das war natürlich eine ordentliche Schwächung der Mannschaft. Trotzdem blieben wir optimistisch. Schon beim Warmlaufen merkte ich wie gut meine Beine waren. Ich beschloss also beim ersten Lauf auf jeden Fall in der Spitze mitzulaufen. Kurz nach 14.00 Uhr war es dann so weit. Auf einer abwechslungsreichen, hügeligen und teilweise verwinkelten Strecke durch die Oberurseler Innenstadt hatten wir 4 Runden zurückzulegen. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten kämpfte ich mich vor in die Spitzengruppe. Das Tempo war ganz ordentlich. Auf der welligen Strecke schwankten die Kilometerzeiten zwischen 3:09min und 3:39min. Auf jeder Runde musste eine Stadionrunde gelaufen werden, auf der es dann Bänder gab, damit die Runden gezählt werden konnten. Irgenwann setzte sich vorne Marc Ostendarp ab, er kam in 34:33 in die Wechselzone, dann ich in 34:55min (etwas über 10 Kilometer, 3:22min/km) , Johannes Moldan und Steffen Rarek in 35:09, dann war eine Lücke von 1 Minuten. Das Wechseltraining letzte Woche hat sich auch voll gelohnt, in 57 Sekunden gelang mir der 2.schnellste Wechsel, obwohl ich erstmal an meinem Rad vorbeilief. Wenn man so weit vorne liegt, dann fällt einem auch die schwächere Disziplin leichter. Ich wartete immer, dass die Verfolger von hinten kommen würden, statt dessen hatte ich nach 2,5 Kilometern am ersten Anstieg Marc Ostendarp eingeholt. Ich ging erstmal in Führung, die von da an immer mal wieder zwischen uns wechselte. Vom Führungsfahrzeug und Kampfrichter beobachtet wurde es so ein faires Duell. Am Berg hatte ich Vorteile, in den wenigen flachen Passagen wurde ich wieder überholt. Es dauerte lange bis sich Johannes Moldan an uns heranarbeiten konnte (km 13?). Danach konnte er sich aber stetig absetzen. Die ersten beiden von vier Runden vergingen wie im Flug, dann bekam ich doch langsam Probleme. Immer wieder hatte ich Krämpfe in den Waden und musste etwas Tempo rausnehmen. Jetzt fuhr mir auch Marc davon. Auf der letzten Runde flog dann noch Christian Hoffman an mir vorbei (2. schnellste Radzeit). Ostendarp M35, Moldan M20, Hoffman M25. Langsam merkte ich, dass ich nicht nur auf Podestkurs in der M30 war, sondern vielleicht sogar die oberste Stufe möglich war. Kurz vor Ende fuhren dann noch 2 M30er an mir vorbei, die sich beim Überholen gegenseitig beschimpften, wer denn jetzt wohl wem in den Windschatten gefahren war. Ich dachte schon die schmeisen sich gegenseitig vom Rad. Zum Glück konnte ich mich da schön raushalten. Muss ich die halt beim Laufen wieder abhängen. Dann biegen die plötzlich ab und haben noch eine ganze Runde zu fahren! Ich durfte zum Glück in die Wechselzone. 1:00:34 Std für die 36 Kilometer, was die 11. Radzeit bedeutete. Nur zweieinhalb Minuten langsamer als Freddy der wie schon im letzten Jahr die schnellste Zeit fuhr. Nach einem weiteren Blitz-Wechsel ging ich auf die letzten 5 Kilometer und fand sofort einen guten Rhytmus. Direkt hinter mir Marcel Bischoff, der auch noch kurz vor der Wechselzone unbemerkt aufgeschlossen hatte. Am Anstieg konnte ich im ein paar Meter abnehmen die ich von da an verwaltete. Nach vorne war nichts mehr möglich und im Stadion merkte ich, dass auch sonst von hinten niemand mehr kommen würde. Bergab, kurz vor dem Ziel machte Marcel noch mal Druck, aber ich hatte genug Reserven.

Silber und Gold bei Dua DM

Silber und Gold bei Dua DM

So konnte ich meinen ersten Deutschen Meistertitel im Einzel feiern, gerade als ich ihn am wenigsten erwartete.

Trotz Christians Ausfall und Michaels Zeitstrafe langte es auch für die Mannschaft M30/35 mit Stefan als dritten Mann für Silber!

Auch der Rest des Teams war erfolgreich: Bronze für Christian in der M20 und Silber für die M20/25er Mannschaft und Gold für die M40/45er Mannschaft!

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