Gestern hat es lange gedauert bis ich eingeschlafen bin. Erstmal musst ich eine Position finden, in der mir nicht alles weh tat. Als das halbwegs gelungen war, ging es im Kopf immer noch rund.

Richtig begonnen hatte der Tag um 10:oo Uhr in Rodgau-Dudenhofen beim 12. Ultra Marathon der RLT. Bei -5°C und wesentlich besseren Bedingungen als letztes Jahr standen die Zeichen für eine schnelle Zeit nicht schlecht. Ich hatte mich für ein langes Windstoppershirt, ein langes Trikot, Halbe Tights, CEP-Socken und Handschuhe entschieden. Für mich war das die perfekte Wahl gewesen. Direkt vom Start weg passte das Tempo ganz gut, 3:45er Schnitt was auf eine Zeit knapp unter 3:10 Std hinauslaufen würde. Nach gut 2 Kilometern machten Thomas Dehaut und Evgenii Glyva Druck und das Tempo ging Richtung 3:30 was mir zu schnell war. Ich lief die beiden also laufen und lief die erste Runde zusammen mit Bernhard Munz. Anfangs der zweiten Runde lies der dann abreissen. Vorne war Evgenii auch auf und davon, so dass ich langsam wieder an Thomas herankam. Nach 11km war es dann so weit und wir liefen ein schönes Tempo zusammen durch die immer enger werdenden Gruppen der Überrundeten. Auch dieses Jahr waren wieder ein paar wenige Unbelehrbare dabei, aber im Großen und Ganzen wurde es nur beim Wendepunktstück sehr eng. Nach gut 23 Kilometern lies Thomas sich dann zurückfallen, ich lief mein Tempo weiter. Die ersten fünf 5km Runden waren in 18:15min, 18:24min, 18:27min, 18:36min und 18:38min sehr konstant knapp unter 3:45min/km. Bei Halbzeit hatte ich auf Platz 2 liegend einen Rückstand von 2:50min auf Evgenii und 13 sec Vorsprung auf Thomas. Zwischen Kilometer 25 und 35 (Runde 6: 18:46, Runde 7: 18:39) konnte ich dann nach vorne um 1min verkürzen und nach hinten auf 1:30 ausbauen. Bisher ein super gleichmäßiges Rennen von mir und immer noch ein tolles Gefühl. Das einzige was störte war ein kleiner Stein unter meinem rechten Fußballen. Anhalten konnte ich nicht, wegschubsen klappte nicht also musste ich da durch. Ich versuchte nicht in eine Schonhaltung zu gehen, ruckzuck holt man sich da eine Folgeverletzung. Ich trat also immer voll auf den Fuß, auch wenn es immer unangenehmer wurde. Bis ins Ziel wurde dann eine richtig fette, rote Blase draus. In der 8. Runde wurde dann erstmals das Tempo etwas langsamer, genau 19 Minuten.  Die Waden waren mittlerweile recht hart aber allgemein war mein Zustand noch erstaunlich frisch. Immer wieder bekam ich jetzt von Überrundeten zugerufen, ich würde noch viel besser aussehen als der Führende. „Den holst du noch“. Langsam häuften sich diese Meldungen, es musste doch was dran sein. Nach 40 Kilometer konnte ich ihn dann erstmals wieder sehen. Die Marathonmarke überquerte ich nach ziemlich genau 2:38 Std. Danach kam das kurz Wendepunktstück. Hier war Jevgenii immer schon wieder weg als ich einbog. Diesmal kam er mir entgegen und sah wirklich ziemlich fertig aus. Etwa 350m hatte er noch Vorsprung. Ich wurde jetzt immer lauter angefeuert und merkte jetzt auch selbst, dass hier noch was geht. Auf der langen Gerade Richtung Start/Ziel kam ich ziemlich schnell näher, nahm nochmal kurz Tempo raus, lief langsam hin um dann zu beschleunigen und möglichst schnell vorbei zu gehen. Ein kurzer Blick: Der war wirklich platt! Die Gegenwehr dauerte auch nur 10 Meter, dann war ich vorbei. Dann kam der Begleitradfahrer nach vorne und fragte: „Bist du der Zweite?“ , was ich mit „Jetzt nicht mehr!“ beantwortete. Er verstand das irgendwie falsch und fuhr wieder zurück. Ich winkte ihm zwar nochmal, aber dann musste ich alleine weiter. Das brachte Gabi als Streckensprecherin so durcheinander, dass sie mich als Zweiten ankündigte, der bald vom Ersten überrundet wird. Hinterher wunderte sie sich dann auch wie sie das erzählen konnte. 🙂 Nach ungefähr 46 Kilometern kam dann doch noch der Radfahrer und machte mir für die letzten 4 Kilometer eine schöne Gasse frei. Nach 19:44km für Runde 9 wurde ich jetzt doch deutlich langsamer. Aber nach hinten war Platz. Jevgenii stieg bei 47 aus dem Rennen aus und Thomas konnte zwar die letzte Runde fast eine Minute aufholen, am Ende blieben aber noch 1:08 min Vorsprung. übrig. Nach 20:50 min war auch die letzte Runde geschafft. Nach 3:09:24 Std konnte ich in neuer persönlicher Bestzeit gewinnen. Der 1.Vorsitzende Wolfgang Junker drückte mich so fest, mir blieb fast die Luft weg. Er freute sich fast genau so wie ich. Auch die Damen im Ziel kümmerten sich rührend um mich.

Mit dieser Zeit kletterte ich in der ewigen Deutschen Bestenliste von Platz 40 auf Platz 20 nach oben.

Bei der Siegerehrung wurde ich nicht nur für den  Sieg in diesem Jahr geehrt, sondern auch noch für den Sieg beim DUV 50km Cup 2010. Hier lernte ich auch Wolfgang Olbrich von der DUV kennen und bin jetzt offizielles Mitglied der DUV-Fördergruppe. Schon in 2 Wochen geht es zum ersten Trainingswochenende in die Pfalz.

Advertisements