Nachdem ich wegen meiner Verletzung lange nicht sicher war, ob ich überhaupt starten sollte, freute mich dann letzte Woche doch immer mehr auf das Rennen. Start war erst um 13:30 Uhr, das hat den Vorteil dass man in Ruhe Frühstücken kann, aber nicht weiß, was man zu Mittag essen soll. Um 10:00 Uhr machte ich mich dann auf den Weg nach Oberursel und konnte in Ruhe, ohne Parkplatzprobleme und Stress meine Startunterlagen holen. Danach checkte ich das Rad ein und entschloss mich doch noch zu einem Mittagessen: Einen Riegel und 2 Honigbrötchen.

Sehr pünktlich viel der Startschuss und das Feld entzerrte sich relativ schnell, da auf dem anspruchsvollen Kurs der erste Anstieg nicht lange auf sich warten lies. Ich heftete mich an die Fersen von Marc Ostendarp (AWD Team TVE Netphen), der letztes Jahr die M35, meine neue AK, gewonnen hatte und den ich als stärksten Konkurrenten um die DM einschätzte. Mit dabei in der Spitzengruppe war noch Christian Haupt (Hannover 96), der immer wieder das Tempo verschärfte, besonders bergab. Dafür gab Marc bergauf ordentlich Gas, so dass ich gerade zu tun hatte an den beiden dran zu bleiben. 4 Runden durch die Altstadt waren zu laufen, jede mit einem langen Anstieg, einer kurzen Verschnaufpause auf der Aschenbahn, dann wieder runter. Auf der letzten Runde konnte sich Marc dann absetzten, ich konnte dafür Christian Haupt abschütteln. Mit 8sec. Rückstand erreichte ich die Wechselzone als 2. etwas langsamer als letztes Jahr nach 35:04 min. Der Wechsel klappte sehr gut, da hat sich das Training letzte Woche doch noch mal gelohnt. Marc hatte dagegen Probleme sein Rad zu finden, so dass ich als Führender auf die Radstrecke ging. Den langen Anstieg durfte ich noch als Führender hoch, nur ein paar Elitefahrer die 30min vor uns gestartet waren und jetzt in der 3. Runde waren kamen von hinten. Nach dem Wendepunkt wurde ich dann gleich von 3 Altersklasse-Fahrern überholt: Achim Groenhagen (1. TC Oldenburg „Die Bären“)  Christian Haupt, der auch einen extrem schlechten Wechsel hingelegt hatte und Harald Harnisch ( TV-Dresden). Kurz danach wurden wir von einer großen Gruppe Elitestarten „geschluckt“, die ja Windschatten fahren dürfen. Ehe wir uns versahen waren wir mitten in dieser Gruppe. Wie es die Regeln verlangen, verlangsamte ich mein Tempo um wieder den geforderten Abstand einzuhalten. Leider nahmen es nicht alle so genau mit den Regeln und so hatte ich gleich einen schönen Abstand. Ich fuhr dann wieder auf und war bemüht fair zu fahren, was aber teilweise gar nicht einfach war. An der riesigen Gruppe kam ich nicht vorbei, immer wieder fuhr ich auf, bremste wieder….. Ich war froh als die Gruppe als ich auf die 3. Runde einbog endlich in die Wechselzone fuhr. Jetzt konnte ich auch die Konkurrenz vor mir wieder sehen. Am Anstieg war ich dann wieder dran, konnte aber im Flachen und Bergab das Tempo nicht halten, da haben mir immer 2-3 km/h gefehlt, jedes mal gab es wieder eine Lücke. In der letzten Runde war ich immer noch recht nahe dran, auch wenn ich jetzt kurz vor dem Wadenkrampf war. Endlich ging es nach 36 anstrengend Kilometern (59:51min) in die Wechselzone, man könnte auch sagen: Ich flog hinein. Beim Absteigen vom Rad blieb ich nämlich hängen und machte Bekanntschaft mit den Absperrgittern und dem Boden. Beide Knie aufgerissen und zwei blaue Flecken am Arm. Trotz dieses Missgeschicks hatte ich immer noch die 3. beste Wechselzeit aller Teilnehmer. Ich hätte ja gerne mal gewusst, in welchen Altersklassen die 3 vor mir sind, aber alle Nachfragen blieben ohne Ergebnis. Harnisch ist AK3, das wusste ich, also war ich im Moment mindestens auf dem Podest. Ich versuchte wieder so schnell wie möglich zu starten, aber ich kam nicht näher an die Konkurrenten heran. Als mir auf der 2. Runde dann die Beine so richtig schwer wurden, der Abstand nach vorne größer wurde und nach hinten ordentlich Platz war, litt das Tempo etwas darunter, so dass ich auf den letzten 5 Kilometern mit 17:47 min doch recht lange unterwegs war. Am Ende stand die Uhr bei 1:54:43 Std, 3 sec früher als letztes Jahr. Meine Radzeit war diesmal etwas schneller, dafür hatte ich im laufen etwas verloren. Aber das Ergebnis war das selbe wie letztes Jahr: 4. Platz im Gesamteinlauf und Sieger in der AK und damit Deutscher Meister!

Im Ziel wurde ich schon erwartet: Ein Helfer erklärte mir, dass er mir jetzt für die nächste Stunde nicht mehr von der Seite weichen würde und mich dann zu Dopingprobe führen müsste. Also gingen wir gemeinsam in die Wechselzone, holten mein Rad, gingen zum Auto, verstauten alles, ich holte meinen Ausweis, trank noch mal ordentlich, dann machten wir uns auf dem Weg zur Probenabgabe, wo er mich an einen NADA-Funktionär übergab. Der erklärte mir dann alles ganz genau, ich musste unterschreiben und dann unter strenge Beobachtung pinkeln. Naja, es war ein ziemliches rumgetröpfel bis der Becher endlich voll war. Dann wurden A und B Probe ordentlich verschlossen und ich durfte wieder gehen. Gerade noch rechtzeitig zur Siegerehrung. Dort blieb es dann nicht bei der goldenen Medaille im Einzel, zusammen mit Stefan Günther und Stefan Hufgard durfte ich mich auch noch über die Bronzene in der Mannschaft freuen.

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