Es war der erste Wettkampf in diesem Jahr. Und überhaupt war der letzte Wettkampf auch schon wieder länger her. Das Training lief gut, aber was ich wirklich drauf habe wusste ich auch nicht ganz genau. Es war auf jeden Fall ein ganz starkes Feld gemeldet, das der Streckenrekord den Tag nicht überstehen würde war schon fast klar. Bei mir sollte es dann immerhin die persönliche Bestzeit sein die verabschiedet werden sollte. Mein Plan war es einfach nur auf mich zu schauen und mein Tempo zu gehen. Ich hoffte schon auf einen Mitstreiter der auf eine Endzeit von 3:07 – 3:09 angehen würde, aber notfalls musste ich es halt alleine durchziehen. Und so kam es dann auch. Florian Neuschwander, Evgenii Glyva und Oleksandr Holovnytskyy machten sich auf und davon. Ich lag schnell einsam auf Position vier, eine Platzierung mit der ich gut leben konnte. Wichtiger aber, die Kilometersplits pendelten sich bald recht gleichmäßig bei 3:43min/km ein. Bei der Rekordanzahl von Startern liesen auch die ersten Überrundungen nicht lange auf sich warten. Bei km 9 überholte ich die letzten, die da gerade 4 km absolviert hatten. Die Strecke war zwar matschig, aber bis auf die Wendepunktstrecke und der erste Teil im Wald konnte man auf der ganzen Breite des Weges gut laufen, so dass Überholen meist gut möglich war. Viele haben noch die Luft zum Anfeuern, laufen rechts oder machen sofort Platz, aber einige stolpern einem dann doch immer wieder in den Weg. Am engsten war es in Runde 3 + 4, danach entzerrte es sich deutlich, bis zu Ende hin. Wenn man dann in der neunte Runde ist, jemanden überholt der gerade in der 8. Runde ist, der jemanden überholt der in der 7. Runde ist usw…..dann wird es natürlich eng. Aber bis auf ein paar Berührungen und 2 mal komplett abstoppen ging es doch ganz gut.

Nach exakt 37 Minuten waren die ersten 10 km geschafft, 36:57 min später ging ich bei km 20 durch. viel konstanter kann man so ein Rennen kaum angehen. Am Wendepunkt, wo man etwas 200 m Gelegenheit hat seine Gegner zu betrachten gab es da schon nicht mehr viel zu sehen. Sowohl vorne als auch hinten niemand mehr in der Nähe. Die nächsten beiden 5km Runden lief ich fast auf die Sekunde gleich schnell und so waren in unter 1:51 Std schon 30km vorbei. Kilometer 33 war denn erstmals etwas langsamer 3:50min, der Gesamtschnitt sank auf 3:42 min/km, aber danach ging es wieder schneller weiter. Runde 7 und 8 waren dann beide noch unter 19 min, aber so langsam fühlte ich mich nicht mehr wirklich frisch. Aber so langsam häuften sich die Hinweise, dass zumindest einer vor mir auch Probleme bekommt. Bei km 41 war es dann so weit, ich konnte den 4. Platz gegen einen Medaillen-Rang eintauschen. Evgenii, der hier in einem Höllentempo los ging war am Ende seiner Kräfte. Die Motivation trieb mich noch zu einer Marathon-Durchgangszeit von 2:37:37 Std, dann wurden die Beine so richtig schwer. 19:30 min für Runde 9, ich wusste dass ich jetzt die letzten Kräfte für die angestrebte Bestzeit mobilisieren musste. 4:00min, 4:06min, 4:19min. Auweiha, das wird knapp. Nicht mal mehr 8 Minuten wenn ich unter 3:09 Stunden laufen will. Wieder 4:06 min für km 49. Auf der ewigen Zielgerade kann ich tatsächlich noch mal Gas geben. 3:52min für den letzten Kilometer bedeuten Bestzeit. 3:08:59 Std. Maßarbeit.

Es hat auf jeden Fall wieder Spaß gemacht in Rodgau. Eine tolle Veranstaltung, super Organisiert und ein toller Veranstalter, der mit ganz viel Spaß dabei ist und sich wirklich um seine Sportler kümmert. Danke!

Ach ja, der Streckenrekord: Glückwunsch an Flo(w) zu dieser bärenstarken Leistung! 2:58 Std! Und was macht der Verrückte am Montag? Einen 100km Trainingslauf.

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Danke auch an Hendrik Auf’mkolk (42195blog) und Frank Nicklisch für die Fotos!

Leider macht mir seit dem mein Knie zu schaffen. Samstag abend konnte ich fast nicht mehr anwinkeln. Ab Montag wurde es dann Stück für Stück besser. Heute hat mein Physio bestätigt, dass wohl nichts kaputt ist innen drin. Laufen tut aber immer noch weh, so dass ich jetzt noch ein paar Tage Pause anhängen werde. Morgen probier ich es dann mal mit Fahrrad fahren.

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