Oh je, was für ein Jahr. Aus sportlicher Sicht wäre es fast eine Katastrophe gewesen. Aber der Oktober hat es raus gerissen.

Dabei hatte es im Januar gut angefangen. Nach der WM Ende 2014 mit dem Medaillengewinn war ich hoch motiviert ins Neue Jahr gestartet. Schön brav habe ich meine lange Läufe gemacht. Ende Januar sind wir dann nach Nesselwängle zum Skaten gefahren. Auch dort hab ich ordentlich Kilometer gemacht, am besten Tag knapp 54 km, auf der Strecke des Tannheimer Skimarathons. Danach war es aber erstmal vorbei mit dem Laufen. Ich war mehrmals krank, die Motivation war weg, ein Ziel nach dem anderen wurde unerreichbar und ich hatte einfach keinen Spaß mehr am Laufen. „Höhepunkt“ war dann noch ein kleiner Kollaps als ich mir spät abends noch was zu trinken holen wollte, mit einer Nacht im Krankenhaus. Sowas hatte ich in den 20 Jahren in denen ich jetzt mehr oder weniger ambitioniert trainiere noch nicht erlebt. Zwischendurch hab ich überlegt, es einfach ganz bleiben zu lassen.

Aber irgendwann ging es dann doch mal wieder in den Wald, ein bisschen hier, ein bisschen dort und plötzlich die Idee: Ich könnte doch im Herbst die Deutsche Meisterschaft im 6 Stundenlauf mitmachen.

Im Mai war der Citylauf in Aschaffenburg mal wieder der Startschuss für mich. Davor war ich schon wieder krank, bestimmt das 3. Mal bis dahin, also startete ich im C-Lauf und hatte einfach nur Spaß.  3 Wochen später in Michelstadt beim Bienenmarktlauf  war ich dann schon amitionierter unterwegs. Mit mäßigem Training kam schon eine 35er Zeit raus. Nochmals 2 Wochen später beim Wartturmlauf dann der erste Sieg 2015. Trotz der Höhenmeter war die 37er Zeit jetzt nicht unbedingt der Knaller, aber immerhin wieder ein Stück voran. Anfang Juli in Mainaschaff beim Benefizlauf der nächste Sieg, gegen starke Konkurrenz. So konnte ich Ende Juli wenigstens in halbwegs vernünftiger Verfassung in die direkte Vorbereitung für die DM einsteigen. Von Woche zu Woche wurden die Langen länger, bis 55km, und die Schnellen schneller. Die Form stieg beständig an. Eine Woche Regeneration mit Familie und Fahrrad am Bodensee dazwischen, ansonsten immer fleißig. Und ungewöhnlich für 2015: 12 Wochen am Stück nicht krank. Als Vorbereitungslauf war ich beim Marathon in Münster am Start. Als Pacer für 3 Stunden war ich nach 2:59 Stunden im Ziel.

Ungewohnt dann die Situation in Otterndorf: Schon komisch wenn man an der Startlinie steht und nicht weiß wie weit man laufen muss, nur wie lange. Mit einem guten Gefühl nach meinen Leistungen bei den langen Läufen hatte ich bei einem optimalen Lauf auf 85km spekuliert. Lange sah es auch danach aus, aber bei einem Zwischentief musste ich erst Adam Zahoran ziehen lassen, dann auch erkennen, dass es nicht ganz langen wird. Die letzte Stunde ging es dann zwar wieder etwas besser, aber am Ende war ich doch einfach nur noch froh wie es vorbei war. 84,214 km in 6 Stunden, immerhin ein Schnitt von 4:16min/km, Platz 2 bei der Deutschen Meisterschaft und Gold in der Altersklasse. Außerdem Sprung auf Platz 2 in der Deutschen Bestenliste 2015, Platz 4 weltweit und Platz 12 in der ewigen Bestenliste.

Direkt danach ging es 10 Tage nach Spanien, komplett ohne Laufschuhe. Mit schweren Beinen stand ich dann Ende Oktober, 3 Wochen nach der DM in Frankfurt am Start. So schlecht lief es am Anfang nicht, also ließ ich es rollen. Zwischendurch auf Kurs knapp über 2:35Std wartete ich schon darauf, dass mir die Luft aus ging. Es dauerte recht lange, aber irgendwann bei 35 war es soweit. Aber auch das konnte mir die Laune nicht verderben. Ich hatte mächtig Spaß und eigentlich von Anfang bis Ende ein Grinsen im Gesicht. Am Ende waren es dann 2:40:28 Std.

Super war eine Woche später das Trainingslager des 100km Nationalkaders auf Burg Rothenfels. Ein schönes und interessantes Wochenende. Und danach: Mal wieder krank. Und zwischen Weihnachten und Silvester? Wieder krank, diesmal hatte Ida netterweise ihre Scharlacherreger mit mir geteilt. Wirklich ein Seuchenjahr, so viele Krankheitstage hatte ich, mal abgesehen von meinem Kreuzbandriss, noch nie.

So steht also das erste Ziel für 2016 schon fest: Einfach nicht mehr krank werden! 😉

Auch die sportlichen Ziele für das Frühjahr stehen zumindst schon im Kopf fest. Geplant ist ein Start dort, wo angeblich jeder mal hin muss.

So wünsche ich Euch allen ein schönes und erfolgreiches Neues Jahr!

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