Oh je, was für ein Jahr. Aus sportlicher Sicht wäre es fast eine Katastrophe gewesen. Aber der Oktober hat es raus gerissen.

Dabei hatte es im Januar gut angefangen. Nach der WM Ende 2014 mit dem Medaillengewinn war ich hoch motiviert ins Neue Jahr gestartet. Schön brav habe ich meine lange Läufe gemacht. Ende Januar sind wir dann nach Nesselwängle zum Skaten gefahren. Auch dort hab ich ordentlich Kilometer gemacht, am besten Tag knapp 54 km, auf der Strecke des Tannheimer Skimarathons. Danach war es aber erstmal vorbei mit dem Laufen. Ich war mehrmals krank, die Motivation war weg, ein Ziel nach dem anderen wurde unerreichbar und ich hatte einfach keinen Spaß mehr am Laufen. „Höhepunkt“ war dann noch ein kleiner Kollaps als ich mir spät abends noch was zu trinken holen wollte, mit einer Nacht im Krankenhaus. Sowas hatte ich in den 20 Jahren in denen ich jetzt mehr oder weniger ambitioniert trainiere noch nicht erlebt. Zwischendurch hab ich überlegt, es einfach ganz bleiben zu lassen.

Aber irgendwann ging es dann doch mal wieder in den Wald, ein bisschen hier, ein bisschen dort und plötzlich die Idee: Ich könnte doch im Herbst die Deutsche Meisterschaft im 6 Stundenlauf mitmachen.

Im Mai war der Citylauf in Aschaffenburg mal wieder der Startschuss für mich. Davor war ich schon wieder krank, bestimmt das 3. Mal bis dahin, also startete ich im C-Lauf und hatte einfach nur Spaß.  3 Wochen später in Michelstadt beim Bienenmarktlauf  war ich dann schon amitionierter unterwegs. Mit mäßigem Training kam schon eine 35er Zeit raus. Nochmals 2 Wochen später beim Wartturmlauf dann der erste Sieg 2015. Trotz der Höhenmeter war die 37er Zeit jetzt nicht unbedingt der Knaller, aber immerhin wieder ein Stück voran. Anfang Juli in Mainaschaff beim Benefizlauf der nächste Sieg, gegen starke Konkurrenz. So konnte ich Ende Juli wenigstens in halbwegs vernünftiger Verfassung in die direkte Vorbereitung für die DM einsteigen. Von Woche zu Woche wurden die Langen länger, bis 55km, und die Schnellen schneller. Die Form stieg beständig an. Eine Woche Regeneration mit Familie und Fahrrad am Bodensee dazwischen, ansonsten immer fleißig. Und ungewöhnlich für 2015: 12 Wochen am Stück nicht krank. Als Vorbereitungslauf war ich beim Marathon in Münster am Start. Als Pacer für 3 Stunden war ich nach 2:59 Stunden im Ziel.

Ungewohnt dann die Situation in Otterndorf: Schon komisch wenn man an der Startlinie steht und nicht weiß wie weit man laufen muss, nur wie lange. Mit einem guten Gefühl nach meinen Leistungen bei den langen Läufen hatte ich bei einem optimalen Lauf auf 85km spekuliert. Lange sah es auch danach aus, aber bei einem Zwischentief musste ich erst Adam Zahoran ziehen lassen, dann auch erkennen, dass es nicht ganz langen wird. Die letzte Stunde ging es dann zwar wieder etwas besser, aber am Ende war ich doch einfach nur noch froh wie es vorbei war. 84,214 km in 6 Stunden, immerhin ein Schnitt von 4:16min/km, Platz 2 bei der Deutschen Meisterschaft und Gold in der Altersklasse. Außerdem Sprung auf Platz 2 in der Deutschen Bestenliste 2015, Platz 4 weltweit und Platz 12 in der ewigen Bestenliste.

Direkt danach ging es 10 Tage nach Spanien, komplett ohne Laufschuhe. Mit schweren Beinen stand ich dann Ende Oktober, 3 Wochen nach der DM in Frankfurt am Start. So schlecht lief es am Anfang nicht, also ließ ich es rollen. Zwischendurch auf Kurs knapp über 2:35Std wartete ich schon darauf, dass mir die Luft aus ging. Es dauerte recht lange, aber irgendwann bei 35 war es soweit. Aber auch das konnte mir die Laune nicht verderben. Ich hatte mächtig Spaß und eigentlich von Anfang bis Ende ein Grinsen im Gesicht. Am Ende waren es dann 2:40:28 Std.

Super war eine Woche später das Trainingslager des 100km Nationalkaders auf Burg Rothenfels. Ein schönes und interessantes Wochenende. Und danach: Mal wieder krank. Und zwischen Weihnachten und Silvester? Wieder krank, diesmal hatte Ida netterweise ihre Scharlacherreger mit mir geteilt. Wirklich ein Seuchenjahr, so viele Krankheitstage hatte ich, mal abgesehen von meinem Kreuzbandriss, noch nie.

So steht also das erste Ziel für 2016 schon fest: Einfach nicht mehr krank werden! 😉

Auch die sportlichen Ziele für das Frühjahr stehen zumindst schon im Kopf fest. Geplant ist ein Start dort, wo angeblich jeder mal hin muss.

So wünsche ich Euch allen ein schönes und erfolgreiches Neues Jahr!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Advertisements

1 Woche Tannheimer Tal – und wir hatten Glück mit dem Wetter. Samstag, kurz bevor wir unser Ziel Nesselwängle erreicht hatten, fing es an zu schneien. Es war nicht übermäßig viel Schnee, der da herunterkam, aber es hat gereicht um die ganze Woche zu skaten. Ida hatte in der Skischule ihren Spaß und ich kam immerhin auf knapp 160km in der Loipe, davon etwa 20km mit Ida in ihrem Chariot auf Kufen hinter mir, was man gut und gerne doppelt rechnen darf 😉 Dazu noch einige Wanderkilometer, wo ich auch vor die „Kutsche“ gespannt war und ein kleiner Berglauf mit 600hm auf 3,5km hoch und wieder runter. Highlight war allerdings meine Tour am Dienstag. Im dunkeln bin ich gestartet, mit der Lupine auf dem Kopf, guter Musik im Ohr und dem Camelbak auf dem Rücken. Im Prinzip bin ich die komplette Strecke des Skitrails abgefahren. Richtung Unterjoch/Oberjoch waren zwar einige braune Stellen, aber trotzdem war es eine geniale Tour. Blöd war nur, dass mir nach einer Stunde der Camelbak eingefroren war und ich danach ohne Trinken unterwegs war, das war zum Ende ziemlich hart. Insgesamt waren es dann 54km in 3:53 Std.

tour

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Gestern war ich dann wieder weitestgehend ohne Schnee unterwegs. Beim langen Lauf mit einigen Höhenmetern haben sich die Langlaufkilometer in Form von schweren Beinen aber ganz schön bemerkbar gemacht.

Rund um die Jahreswende zog es uns mal wieder hoch in den Norden, nach Dangast an der Nordsee. Simones komplette Familie war zur Silvesterfeier angereist.

Natürlich waren auch die Laufschuhe mit angereist. Das Wetter war zwar nicht immer ideal, teilweise starker, kalter Wind, teilweise auch überfrierende Nässe, aber trotz allem hab ich einiges an Kilometern abgespult. Am letzten Tag des Jahres reichte es sogar noch zu einem ordentlichen Wettkampf.

Beim Oldenburger Silvesterlauf stand ich mit über 300 anderen an der Startlinie. Vorne ging dann gleich richtig die Post ab und ich fand mich schnell auf Platz 3 ein. Nach vorne wurde der Abstand immer größer, aber auch von hinten war der Druck nicht übermäßig hoch. So versuchte ich ein möglichst gleichmäßiges Rennen mit einer ordenlichen Zeit zu laufen. Durch die vielen Ultras 2014 war das Tempotraining eh schon nicht besonders ausgeprägt gewesen und nach der WM waren die letzten Wochen  sowieso recht locker gewesen. Aber eine ordentliche 34er Zeit wollte ich trotzdem stehen haben. Zwischendurch hatte ich mal einen kleinen Hänger, aber die letzten 3 Kilometer liefen sich dann wieder ganz ordentlich. Mit einer kleinen Tempoverschärfung auf den letzten 100m langte es dann sogar noch zu einer 33:58 Minuten und nach einem einsamen Rennen Platz 3.

Jetzt steht die Planung für 2015 an. Die Hauptziele stehen im Großen und Ganzen, aber ein paar Dinge muss ich mir noch überlegen. Der erste größere Wettkampf wird auf jeden Fall die DM 50km in Marburg Ende Februar sein.

Das Jahr geht schon wieder dem Ende zu.

Für mich war es ein erfolgreiches Jahr. Mein großes Ziel, es nochmal in die Nationalmannschaft zu schaffen, habe ich erreicht. Im Trikot mit dem Adler auf der Brust lief es zwar nicht ganz so wie erhofft, aber am Ende gab es überraschenderweise sogar noch die WM Bronze Medaille.

Für nächstes Jahr laufen jetzt die Planungen, das Hauptziel steht so gut wie fest.

Euch allen wünsche ich ein Frohes Fest, und falls ich in den nächsten Tagen nicht mehr dazu komme auch einen guten Rutsch und einen schönen Start in ein tolles Jahr 2015!

Das waren ein paar verrückte Tage in Doha.

Letzten Dienstag startete das Flugzeug in Richtung Katar. Mit Zwischenstopp in Dubai waren wir gut 12 Stunden unterwegs und früh morgens in unserem Hotel. Alles sehr luxuriös, erst mal das Bett gesucht, bis ich gemerkt habe, dass ich erst im Vorraum bin und es noch ein extra Schlafzimmer gibt 😉 . Auch das Essen und das Hotelpersonal waren absolute Top-Klasse.

Abends war dann das deutsche Team komplett und wir joggten gemeinsam die Strecke einmal ab, den Rest des Tages ging für Ausruhen und Einkaufen drauf. Im Einkaufszentrum gab es einiges zu sehen: Ein Eishockeyfeld, ein kompletter Freizeitpark mit Achterbahn und eine Wasserstraße mit Gondeln. Alles ein bisschen verrückt hier, da merkt man gleich das mehr Geld da ist, als gebraucht wird.

Blick vom Torch Tower

Blick vom Torch Tower

Auch den Donnerstag gingen wir entspannt an. Ein Spaziergang zum Torch Tower, wo wir uns mal einen schönen Überblick verschaffen konnten.

Eine Besprechung und abends die Flaggenparade mit anschließender Pastaparty waren die einzigen „Pflichttermine“. Wobei Pastaparty auch nicht der richtige Ausdruck ist. Ein tolles Buffet, wer da nichts zu essen gefunden hat, selber schuld. Zum Glück sind wir 100 km gelaufen, sonst hätte ich sicher zugenommen.

Am Freitag war dann der große Tag. Frühstück, Mittagessen, noch ein bisschen ausruhen, Verpflegung vorbereiten.

 

Das Deutsche Team

Das Deutsche Team

Als wir gegen 17:00 Uhr an der Strecke waren, fühlte sich das Wetter eigentlich recht gut an.

Kurz vor dem Start

Kurz vor dem Start

Die Sonne war untergegangen, wir hatten trotz 23°C sogar teilweise leichte Gänsehaut. Nach dem Startschuss war aber recht schnell klar, dass der Eindruck ein bisschen täuschte. Schon nach 2km war der Mund ausgetrocknet, es war wenig Sauerstoff in der Luft und es fühlte sich gleich viel wärmer an. Bei den 3 Wasserstationen an der Strecke hab ich jedesmal eine Flasche genommen und mir die Haare nassgemacht und den Rest über die Beine geschüttet. Das 4:30er Tempo pro Kilometer ging aber gut und fühlte sich nicht zu schnell an. So ging es bis km 50.

Unterwegs

Unterwegs

Mittlerweile waren wir auf der 5km Runde schon einmal überrundet worden, hatten aber selbst auch schon viele überrundet. Manchen sah man schon nach 30km an, dass das heute nichts wird. Nach knapp der Hälfte wurde mir dann schlecht, alles ging sehr schnell. Neben hin, alles raus und weiter. Zeit hatte ich kaum verloren und auch danach konnte ich sofort wieder mein Tempo laufen, als wäre nichts gewesen. Die Beine wurden zwar schneller schwer als erhofft, aber bis 65 gings mir gut. Dann kam die zweite Magenattacke. Diesmal musste ich aufs Dixi, wo mir dann aber so schlecht wurde, dass ich mich auch schnell noch mal drehen musste. Jetzt war ich natürlich völlig entleert, aber es ging mir wieder recht gut. Zumindest so lange ich nicht versuchte irgendein Gel oder ein Getränk zu mir zu nehmen. Aber wenn man halt keine Energie mehr zuführen kann, geht es irgendwann mit der Leistung bergab.

Verpflegung

Verpflegung

Ich versuchte das Tempo irgendwie hoch zu halten, aber irgendwann ging nichts mehr. Die ersten Gehpausen kamen dann bei km 80, ich schaffte es zwar immer wieder anzulaufen, aber halbwegs schnell war ich nicht mehr. Mit meinen Magenproblemen war ich nicht der einzige, quer durch alle Teams hat es extrem viele Läufer erwischt. Ich hab mich dann von Kilometer zu Kilometer geschleppt. Aber anders als in Husum wo ich bei 90 fast aufgehört hätte, kam der Gedanke an einen Ausstieg kein einziges Mal.

Geschafft

Geschafft

Ich wusste auch wenn es hart wird, dass ich ins Ziel einlaufen werde. Das ganze Jahr war das hier mein Ziel gewesen. Die lange Vorbereitung auf Husum, der harte Wettkampf in Husum, danach das riesige Motivationsloch, die überraschende Nominierung und die Vorbereitung mit vielen Hochs und Tiefs. Jetzt war ich hier im Nationaltrikot unterwegs, zwischen Läufern aus 39 Nationen. Also immer weiter, auch wenn die Zeit am Ende nicht die sein würde die ich mir erhofft hatte. Irgendwann war es dann auch so weit, die letzten Kilometer. Es war erstmal mehr Erleichterung als Freude als der Zielbogen vor mir auftauchte. Ich wusste, dass zuhause viele vor dem Laptop saßen und den ganzen Abend mitgezittert hatten, also gab es bei der letzten Kamera noch mal einen Gruß nach Deutschland. 8 Stunden 25 Minuten. Weit von dem entfernt was ich vor hatte, aber unter diesen Bedingungen war für mich nicht mehr drin. Dann bekam ich vom IAU Präsidenten die Medaille um und machte mich auf die Suche nach zuckerhaltigen Getränken. Danach dann zum deutschen Betreuerteam und noch mal bedanken und danach recht schnell ins Hotel. Nach einer schönen heißen Dusche legte ich mich ins Bett und war plötzlich hellwach. Kurz vorher hätte ich noch im Stehen einschlafen können, jetzt ging nichts mehr. 2 Stunden später kam dann Norbert, der noch auf die letzten gewartet hatte und den Stand abbauen musste und brachte die absolute Überraschungsnachricht mit: „Du hast die Bronzemedaille in der Altersklasse.“

Die Medaille

Die Medaille

Ich hatte mit einer Platzierung in der AK zwischen 5 und 7 gerechnet, vorausgesetzt ich laufe ein top Rennen. Das ich es jetzt mit dieser Zeit sogar auf das Podest geschafft hatte, konnte ich kaum glauben. Ein Geburtstagsgeschenk, wie man es wohl nur einmal im Leben bekommt.

Siegerehrung

Siegerehrung

Um 7:00 Uhr sind wir dann direkt zum Frühstück, der Magen wollte wieder gefüllt werden. Danach nochmal hinlegen, aber die Augen sind weit auf. Ich hab dann einen Spaziergang ins Einkaufszentrum gemacht, ein bisschen die Beine gelockert und mir eine Pizza und einige Dosen Fanta gegönnt. Nach der Besprechung mit dem Team, ging es dann Richtung Siegerehrung. Wieder ein tolles Buffet, ein bisschen einheimische Folklore und dann die Ehrungen. Unglaublich, bei einer WM auf dem Podest stehen. Klar, da gehört auch ein Glück dazu, andere Altersklassen waren da stärker besetzt und mit so einer Zeit ist im Normalfall eigentlich nichts holen. Aber ich sehe es als Belohnung für fast 20 Jahre Training und unendlich viel Zeit und Geld, die ich in mein Hobby gesteckt habe. Manchmal muss man halt einfach sein Ding durchziehen und wird dann irgendwann auch mal dafür belohnt.
Um wenigstens noch ein bisschen was von Land und Leuten zu sehen, fuhren wir danach mit dem Team noch auf einen Markt in Doha.

Markt

Markt

Enge Gässchen, viele Leute, Waren verschiedenster Art. Alles schön anzusehen, mal abgesehen von Tiermarkt. Das entsprach nicht gerade meiner Vorstellung von artgerechter Haltung.

 

Markt

Markt

Nach mittlerweile 40 Stunden ohne Schlaf fielen mir danach im Bett doch endlich die Augen zu. Aber es wurde eine kurze Nacht. Um kurz nach 6 fuhr schon wieder der Bus zum Flughafen. Auch den letzten Teil der Reise haben wir dann gut überstanden und in Frankfurt wurde ich dann auch von Simone und Ida empfangen.

 

Als Hobbyläufer überhaupt an einer WM teilnehmen und das Nationaltrikot tragen zu dürfen ist schon ein großer Erfolg. Ich denke ich hab mein Bestes gegeben und gekämpft bis zum Schluss. Das ich jetzt sogar eine WM Bronzemedaille daheim habe ist schon ein bisschen verrückt.

Hier noch mal tausend Dank auch an das Deutsche Betreuerteam, besonders an meinen persönlichen Betreuer Markus. Das war absolut professionell! Vielen Dank für Anfeuern, Versorgung, Motivation. Dadurch wurde der Wettkampf um einiges leichter.

Ausführliche Bericht und noch mehr Fotos kommen wahrscheinlich morgen!

Für eine kurze Beschreibung die Fotos einfach anklicken.

Herzlichen Dank euch allen für diese unglaublich vielen Glückwünsche zum Geburtstag und zur Bronzemedaille bei der 100km WM. Ich hab mich über jeden einzelnen gefreut!

Diese nicht mal 5 Tage in Doha waren so ereignisreich, dass ich irgendwie immer noch ein bisschen hinterher hänge. Ein verrücktes Land, Nationalmannschaft, ein hartes Rennen, Geburtstag und als Krönung noch eine Medaille. Für einen kleinen Hobbyläufer ganz schön viel auf einmal. Heute musste ich schon wieder arbeiten, aber die Beine sind zum Glück schon wieder erstaunlich fit

Der ausführliche Bericht ist gerade am Entstehen, ich denke morgen abend werde ich fertig!

Nachdem mir jetzt ein paar mal gesagt wurde, ich solle auch hier im Blog mal wieder was schreiben, für alle die Facebook haben, ist es also jetzt mal wieder so weit.

Noch 2 Tage bis der Flieger nach Doha geht und am nächsten Freitag ist dann Startschuss. Ich freue mich schon sehr, aber bin auch sehr gespannt was am Ende raus kommen wird. Die Vorbereitung war sicher nicht schlecht, aber es hätte doch auch besser laufen können. Zwischen durch war ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen. Den Marathon in Frankfurt, den ich noch als Vorbereitungslauf locker mitlaufen wollte, hab ich dann auch komplett abgesagt.

Vom Wetter wird es sicher hart werden. Die Läufer die vor 3 Wochen die 50km WorldTrophy mitgelaufen sind, berichten von 32°C am Start und sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Es wird also wohl ein taktisches Rennen werden. Bei optimalen Bedingungen hätte ich natürlich versucht meine Bestzeit anzugreifen, aber so werde ich sehr vorsichtig starten und hoffentlich hinten raus noch ein bisschen was gut machen.

Für alle die das Rennen mitverfolgen wollen hier der Link zum Livestream. Auch im DLV Forum wird es wohl immer wieder Zwischenstände und Berichte geben. Um 16:00 Uhr deutscher Zeit, bzw. 18:00 Uhr Ortszeit wird es dann los gehen. Also werde ich nach deutscher Zeit hoffentlich noch als 37jähriger ins Ziel kommen um dann danach direkt in den Geburtstag reinfeiern zu können. 🙂

Zumindest optisch werden wir ganz weit vorne sein, dafür hat der DLV gesorgt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Heute stand mein erster X-Ttrem Run auf dem Programm.  Auf der Goldbacher Motocrossstrecke und drum herum wartete eine 10km Strecke mit 11 Hindernissen, die „HardBoys“, so wie ich, durften das ganz 2 mal durchlaufen, kriechen und klettern. 

Direkt nach der Arbeit ging es los, 14:00 Uhr bei ordentlich warmen Wetter. Nach dem Marathon vor nicht mal einer Woche, hatte ich mir vorgenommen die erste Runde ganz locker zu laufen. Fast im freien Fall ging es erst den Berg runter, dann durch ein Schlammloch. Nach einigen Serpentinen auf der Motocross-Strecke gings über eine Wand aus Strohballen. Das nächste Hinderniss kam im Doppelpack: Erst durch einen Container mit stinkendem Matsch, danach durch einen Container mit Sägespähne. Beides war nur kriechend zu durchqueren. Danach ging es in den Goldbacher Wald, denn ich ja von unzähligen Starts beim Wintercross gut kenne. Aber trotzdem verpasste ich gleich mal eine Markierung und lief viel zu weit nach unten. Als ich wieder auf der Strecke war, war mein kleiner Vorsprung weg und ich lag auf Platz 4. Durch den „Grand Canyon“ und wieder hoch konnte ich aber bald wieder aufschließen. Dann wurde es erst mal ruhiger, viele km durch den Wald, wo ich dann auch ordentlich Zeit gut machen konnte. Der „Rainforest“ war dann eher harmlos, danach dann wieder auf die Motocross-Strecke. Auf einem Baumstamm nach oben balanzieren, über ein paar Gatter hüpfen, dann wurde es heftig-lustig. Eine Wasserrutsche, ziemlich steil. Beim ersten Mal gings noch, bei der zweiten Runde hatten ein paar schon mit Spülmittel nachgeholfen……Am Ende der Runde noch „HellsGate“ ein richtig steiler Anstieg, der auch noch mit Feuerwehrschläuchen unter Wasser gesetzt wurde. Wer da nicht die richtigen Schuhe hatte….. Nach der ersten Runde in gut 45 Minuten hatte ich etwa 2 Minuten Vorsprung, dann ging es wieder von vorne los. Blöderweise fand ich wieder den Abzweig Richtung GrandCanyon nicht und der Vorsprung war fast komplett weg. Mit ordentlich Ärger im Bauch gingen die nächsten Anstiege dafür wieder etwas besser. Zum Ende hin wurden die Beine dann doch ordentlich schwer, aber bis ins Ziel waren es dann doch ordentliche 6 Minuten auf den 2. Platz. Nach dem wir uns gestern die Hindernisse mal angeschaut hatten, hatte ich doch ordentlich Respekt, aber dass man sich im Wald doch halbwegs „erholen“ konnte kam mir natürlich entgegen, dort musste man ja „nur laufen“. Mein Zieleinlauf ging leider komplett zwischen den überholten 10km Läufern unter, scheinbar hatten die noch nicht mit mir gerechnet. 

Aber es hat auf jeden Fall ordentlich Spaß gemacht. 

Der Pokal

Das sagenumwobene Roth, Triathlonhochburg, die weltweit größte Triathlonveranstaltung. Jetzt war ich auch mal dabei gewesen. Zwar nur in der Staffel als Marathonläufer, aber es ist schon wirklich ein beeindruckendes Event.
Nachdem die letzten Monate im Training nicht gut liefen konnte ich leider nicht in einer Top-Form antreten. Wir hatten uns schon ein großes Ziel gesetzt: Was Andreas Raelert 2011 bei seinem Streckenrekord alleine schaffte wollten wir gemeinsam packen, 7:41 Stunden. Ganz realistisch war das natürlich nicht, aber wenn wirklich alles passt….
Tim lag zumindest noch voll im Plan: Nach 48min stieg er noch vor Raelert aus dem Wasser, der diesmal auch in einer Staffel am Start war. Er übergab das Staffelband an Stefan. 4:34 Std war er für die 180 km unterwegs. Ein 39er Schnitt bei immer größerer Hitze, viel zu viel Verkehr auf der Strecke und mit dem für ihn ungewohnten Zeitfahrrad. Eine starke Leistung. Aber wenn man mal rechnet, jetzt hätte ich schon unter 2:30 Std Marathon laufen müssen um die 7:41 noch zu knacken. Daran kann man sehen was die Profis für Leistungen bringen.
Für mich waren die Bedingungen natürlich auch nicht ideal. Man weiß nicht genau wann man überhaupt los muss. Steht in der Wechselzone und wartet. Macht sich ein bisschen warm, wartet wieder. Rennt noch mal schnell aufs Klo, doch noch was trinken….. Und das Mittags um 14:00 Uhr bei über 30°C. Dann gehts endlich los. Ich mache Stefan das Staffelband ab, er hat alles gegeben, das sieht man. Ich habe mir vorgenommen einen 4er Schnitt zu laufen. Trotz schlechter Vorbereitung und ungünstigen Wetterbedingungen denke ich das müsste schon irgendwie gehen. Der erste Kilometer ist viel zu schnell, dann finde ich gut mein Tempo. Es gibt viele Verpflegungen und ich nehme mir an jeder was zum Trinken. Gels und Gelchips zu nehmen fällt mir schwer, bei der Hitze klebt der Mund eh schon. Übersicht habe ich keine. Ich hab mich wohl als ca. Achter auf den Weg gemacht, aber die Strecke ist dermaßen voll mit 3500 Einzelstartern, die teilweise schon 2 Stunden vor uns gestartet sind und nach und nach kommen natürlich auch noch immer mehr Staffeln dazu. Da zu sehen ob man jetzt schon eine Staffel überholt hat oder nicht ist schwierig. Zumindest werde ich nicht überholt, das ist ja schon mal ein gutes Zeichen. Die Strecke selbst ist nicht gerade sehr abwechslungsreich, die meiste Zeit geht es am Main-Donau-Kanal entlang auf feinem Split. Bis zum Halbmarathon geht es recht gut, etwas unterm 4er Schnitt, aber plötzlich bekomme ich Schmerzen in der Hüfte. Das steigert sich immer mehr. Dazu diese Hitze, die fehlende Form und die seit Wochen schweren Beine. So langsam lande ich bei 4:30min/km. Aber den anderen geht es scheinbar nicht viel besser. Die erste Staffel ist sehr weit weg, die Sieger der letzten Jahre sind wieder stark unterwegs. Aber ich liege scheinbar auf Platz 3, das bekomme ich immer wieder gesagt. Nach etwa 35 km werde ich dann überholt. Das ist ärgerlich, kurz vor Schluß vom Podest rutschen. Aber ich kann nicht dran bleiben. Also einfach weiter und die jetzt wieder zahlreichen Zuschauer genießen. Höhepunkt ist wohl der Marktplatz in Roth, nach 39 km, wo man zwischen den Bierzeltgarnituren und den gröhlenden Zuschauern durchläuft, das gibt noch mal Gänsehaut. Und kurz vor km 40 passiert es dann: Ich hole mir Platz 3 zurück! Jetzt kann ich den Zieleinlauf trotz immer stärker werdenden Schmerzen doch noch genießen. Im Ziel kann ich fast nicht mehr auftreten und muss mich erst mal 15 Minuten unter die laufende Dusche setzen. 2:55 Std, da hatte ich mir doch einiges mehr erhofft, er das war halt alles was möglich war. Das Versorgungszelt vollgestopft mit leckeren Sachen brachte mir leider nicht viel, außer zwei Becher Apfelschorle und 2 Liter Limo bekam ich nichts runter.
Ich denke Platz 3 unter 650 Staffeln kann sich sehen lassen.
Meine Form wird sich bis zum Herbstmarathon auch noch steigern lassen, dann will ich noch mal richtig angreifen.
Auf jeden Fall hat es mit diesem Team und unseren extra angereisten Fans viel Spaß gemacht. Auch in unserer (Familien)Unterkunft mit Simone, Ida, Ralf und Olli bei Petra hat alles gepasst. Ich denke es war nicht unser letzter Besuch in Roth. Unser Sponsor Stenger-bike.de hat auf jeden Fall schon Pläne für nächstes Jahr…. 😉

1909615_821703137854521_8698282750867408787_n

994445_821703157854519_3521076060850391659_n (1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel Zeit zur Erholung bleibt diesmal nicht. Am Samstag starte ich beim Rats-Run , meinem ersten Extrem-Run worauf ich mich schon richtig freue. Die Hüftschmerzen waren heute bei einem lockeren Testlauf zum Glück komplett weg.
Start ist um 14:00 Uhr, das bin ja zumindest schon mal gewohnt jetzt 😉