Freitag mittag ging es ab, Richtung Thüringen. Simone und ich waren, wie noch 4 andere Staffelläufer des Town&Country Laufteams, in Bad Lobenstein im Shilton Hotel untergebracht. Später kamen dann noch Mario Leimbachs Schwiegervater, der am nächsten Tag mit dem Bus als Betreuer unterwegs war mit Bennie unserem MTB-Begleiter. Beim Italiener lernten wir uns ein bisschen kennen, da wir doch aus halb Deutschland zusammengewürfelt waren, und besprachen die Logistik für den nächsten Tag. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Vom Start um 6.00 Uhr bis abends zum Zieleinlauf würden über 10 Stunden vergehen und jeder der 10 Läufer musste pünktlich an der Wechselstelle bereit stehen, bei einer 171km langen Strecke nicht einfach.

Nach einer recht kurzen, aber erholsamen Nacht klingelte um 4.00 Uhr der Wecker, 4.30 Uhr nach einem kurzen Frühstück wurde ich zum Start nach Blankenstein gefahren. Wir schauten uns noch den Start der Frauen und Mixed Teams an, die schon um 5.00 Uhr los mussten und liefen den ersten Kilometer mal ab. Punkt Sechs wurden auch wir auf die Reise geschickt. Keine Chanche sich einzurollen, direkt im hohen Tempo den Berg hinauf. Schnell bildete sich eine 3er Gruppe, die die ersten Kilometer zusammen bestritt. Michael Müller vom EON Team verschärfte immer wieder das Tempo, aber ich konnte dranbleiben. Irgendwann waren wir dann nur noch zu zweit. Leider hatte ich eine Strecke mit relativ viel Asphalt. Immer wenn es ins Gelände ging, konnte ich mich etwas absetzen, sobald wieder Asphalt kam, schoss Müller von hinten heran und versuchte mich abzuhängen, was ihm bei km 9 dann auch gelang. Auf einem Trail, etwa Kilometer 13, war ich dann wieder dran und versuchte sofort eine Lücke zu reissen. Leider ging es da wieder auf die Straße und ich hatte wieder das Nachsehen. Bis zum Wechselpunkt nach 17,2 Kilometern (1:00:11Std) hatte ich dann 27 Sekunden verloren und konnte mit 30sec vor Platz 3 übergeben. Ich übergab das Armband mit dem Chip und dem Stein aus der Selbitz an Torsten Mattes. Simone hatte ihn an den Wechselpunkt gebracht und wir konnte so zurück ins Hotel, duschen und noch was Essen. Dann machten wir uns auf den Weg, unser Begleitfahrzeug wieder einzuholen, was uns dann auf der 5. Etappe gelang. In der Zwischenzeit hatte Torsten seine 20,1 Kilometer in starken 1:06:53 gelaufen, was die 2. schnellste Zeit auf diesem Abschnitt bedeutete aber trotzdem auf die Spitze weitere 30 Sekunden verloren, dafür aber “Günters Mannern ohne Waffen”, unsere härtesten Verfolger fast 3 Minuten aufgebrummt. Günters Männer bestand aus dem Deutschen Biathlon und Langlaufkader. Unter anderem waren dort Jens Filbirch am Start und der Junioren Weltmeister Phillip Marschal. Unser dritter Läufer, Uwe Emmerling, konnt wegen einer Verletzung leider nicht seine volle Leistung abrufen, erzielte trotzdem die viertbeste Zeit für Abschnitt 3. Wir rutschten einen Platz ab, waren aber ganz dicht dran. Ken Fessel drehte dann auf dem vierten Teilabschnitt wieder den Spieß um und beendete die 18,7 Kilometer nach 1:03:09 Std mit der 2. Schnellsten Zeit dieses Abschnitts. Die EON Staffel lief auf den ersten 6 Etappen Bestzeit, konnte ihren Vorsprung so auf teilweise 10 Minuten ausbauen. Unser 5. Mann, Tobias Brack, bot eine sensationelle Leistung. Der Bergspezialist, der schon mehrere Topplatzierungen bei Bergmarathons vorzuweisen hat und auch schon den Transalpine-Run auf Platz 2 beendete, verpasste die Bestzeit nur um 1 Minute, obwohl er sich knapp 1,5 Kilometer verlief. Eine wirklich ärgerliche Panne, die aber auf dieser Strecke leicht passieren kann. Eine offizielle Absperrung gibt es nur sehr selten, meist muss man sich am “R” für “Rennsteig” orientieren, das den Wanderweg ausschildert. Wenn man dann im vollen Tempo im Wettlkampf läuft, ist so eine Makierung schnell übersehen. Trotz allem hielten wir nach knapp 90 Kilometern wieder Platz 2. Ab hier konnte ich dann das Rennen immer wieder live verfolgen und es wurde immer spannender. Hier lernte ich auch unseren Sponsor, Herrn Jürgen Dawo von Town und Country Haus kennen. Er war das gesamte Rennen hochmotiviert dabei, stoppte Zeiten, feuerte an, motivierte….und war wohl am Ende auch zufrieden mit uns. Einmal fuhr ein Dacia auf einen Parkplatz. Da meinte er: “Kein schlechtes Auto. So eins werde ich jetzt auch fahren, von dem Geld das ich dadurch spare, kann ich mir nächstes Jahr eine bessere Staffel leisten!” Da waren wir gerade auf Platz 3 zurückgefallen. ;-)

Etappe Nummer 6 von Allzunah zum Grenzadler übernahm Benjamin Sperl. Mit den Kopfhörern im Ohr machte er sich auf die knapp 20 Kilometer und hatte wohl die meisten Höhenmeter zu überwinden. Eigentlich wäre das meine Etappe gewesen, aber wir hatten getauscht, da Benjamin morgens nicht rechtzeitig zum Start hätte da sein können. Obwohl auch er in 1:14:21 Std eine starke Zeit lief, musste er Phillip Marschall von Günters Männern wieder passieren lassen. Danach gab Mario sein Bestes und gegen einen Jens Filbrich 3 Minuten zu verlieren ist ganz bestimmt keine Schande. Die Viertbeste Zeit im Gesamten Feld für diesen Streckenabschnitt sicherte uns gut nach hinten ab. Wir hofften immer noch dass die beiden schnellsten Staffeln auch mal eine kleine Schwäche zeigen würden. An der Neuen Ausspanne übernahm dann Ronny Potschak für die nächsten 14 Kilometer.  Und es kam wieder Hoffnung auf. Eine Minute auf die Erfurter EON Staffel und 2 Minuten auf Günters Männer konnte er rauslaufen. Nochmals fast 20 Kilometer hatte danach Jens Bormann vor sich. Der ehemalige Deutsche Crossmeister musste praktisch aus dem Stand erstmal den Inselsberg erklimmen um sich danach Richtung Hohe Sonne zum letzten Wechsel nach unten zu stürzen. Er konnte zwar mit seiner Zeit von 1:12:44 Std den Rückstand auf die Ersten wieder auf rund 10 Minuten verkürzen, aber der Rücktand auf die Zweiten vergrößerte sich wieder auf 3:30 min. Nach hinten hatten wir auf die mir bestens bekannten Läufer der TSV Ostheim/Rhön mittlerweile 13 Minuten Vorsprung, der Podestplatz war also gesichert. Die letzten 14,7 Kilometer und die 200hm runter zum tiefsten Punkt des Rennens in Hörschel übernahm unser Jüngster, Samuel Diedering. In einem abartigen Tempo, berichtete unser Mountainbiker, stürzte er sich nach unten und sicherte uns so unser Ziel: Neuer Streckenrekord! Naja, zumindest besser als der alte Streckenrekord! 10:19:26 Std was einem Kilometerschnitt von 3:37 entpricht und das bei ordentlich Höhenmetern und pro Kilometer gerade mal 3 Sekunden langsamer war als die Siegermannschaft der EON Staffel.

Danach wurde noch ein bisschen gefeiert und bei der Siegerehrung konnten alle mit ihrer Leistung zufrieden sein.

Jungs, es hat wirklich Spaß gemacht mit euch! Ich hoffe ich darf nächstes Jahr wieder dabei sein!

Hier noch ein Foto und ein Bericht zur Trikotübergabe letzten Mittwoch für den Rennsteigstaffellauf bei der Firma Kreppenhofer. Nochmals vielen Dank für die Unterstützung!

Trikot- und Startnummernübergabe für den Rennsteigstaffellauf bei der Firma Kreppenhofer

Trikot- und Startnummernübergabe für den Rennsteigstaffellauf bei der Firma Kreppenhofer

Deutschlands längster Klassiker – 11. Rennsteig-Staffellauf
Blankenstein bis Hörschel über 171,3 km

Startschuss für den in diesem Jahr zum elften Mal stattfindenden Rennsteigstaffellauf ist am Samstag, den 20. Juni um 06:00 Uhr für die Männerstaffel. Traditionell führt jede Mannschaft einen Staffel-Stein mit, der aus der Saale gefischt und am Ende in der Werra versenkt wird.
Gestartet wird in Blankenstein dem Beginn des Rennsteiges, 10 Läufer gehören zu einem Team und teilen sich die 171,3 km lange Strecke in Etappen auf, wobei die Wechselpunkte fest vorgegeben sind und jeder Läufer eine Etappe läuft. Zwischenetappen sind bekannte touristische und gute erreichbare Ziele wie Neuhaus, Masserberg, Grenzadler/ Oberhof, Kleiner Inselsberg und Hohe Sonne. Das Ziel ist Hörschel bei Eisenach an der Werra das Ende des Rennsteigs.

Insgesamt sind 211 gemeldete Mannschaften am Start.  Das sind 2110 Läufer. Rekordbeteiligung!
Nach dem Guts-Muths-Rennsteiglauf ist dieser Event die zweitgrößte, wichtigste und populärste Laufveranstaltung auf dem Rennsteig und in Thüringen.

Die bekannten und überaus erfolgreichen heimischen Wintersportler wie Jens Filbrich, Axel Teichmann und Franz Göring, die auch in diesem Jahr wieder am Start sein werden und 2008 auf dem obersten Siegertreppchen standen sind Mitglieder der Skilanglaufnationalmannschaft.

Die für Laufenthusiasten bekannten Ausdauerathleten Ronny Potschak und Mario Leimbach sowie der Allgäuer Tobias Brack, die bereits 2005 in der damaligen Siegerstaffel HOLZ DESIGN für Furore sorgten, stehen in diesem Jahr im Aufgebot des Laufteams Town & Country HAUS.
Der aktuelle Streckenrekord liegt bei 10:19:48 Std. und wird aller Voraussicht nach die diesjährige Auflage nicht überstehen.

Favorisierte Mannschaften sind in diesem Jahr:
-Skilangläufer/ Wintersportler (Nationalmannschaft)
-TSV Ostheim
-E.ON-Staffel

-Town & Country HAUS Laufteam

Das neu formierte Laufteam Town & Country HAUS hat sich als Ziel einen Platz unter der ersten drei der Gesamtwertung gesetzt. Das Team besteht aus hochkarätigen und national bekannten Läufern u.a:
Jens Bormann: mehrmaliger Deutscher Meister im Crosslauf, Tobias Brack: ehemaliges Mitglied Berglaufnationalmannschaft und einer der besten Läufer im Allgäu, Tobias Hegmann: amtierender Deutscher Vizemeister im Duathlon (AK M30) und Berglaufspezialist, Benjamin Sperl: einer der Besten Thüringer Läufer, Ronny Potschak: mehrfacher Sieger unzähligen Volksläufe in Thüringen und Sachsen-Anhalt; mehrfacher Sachsen-Anhaltinischer-Meister über 5.000 und 10.000 Meter

Der Town & Country Lizenzpartner Kreppenhofer Bau-, Verlags- und Vermittlungsgesellschaft mbH aus Wächtersbach mit seinem Geschäftsführer Ralf Kreppenhofer, übergab am 10.06.2009 seinem Läufer Tobias Hegmann das Trikot und wünschte gutes Gelingen für den Staffellauf.

Die Siegerehrungen für die Plätze eins bis drei in den Mannschaftsarten Männer/ Mix und Frauenwertungen erfolgt am Lauftag ab 20.00 Uhr in Hörschel. Alle Mannschaften, die bis Zielschluss Hörschel erreicht haben, erhalten Teilnehmermedaillen und eine Urkunde. Die Siegermannschaften erhalten die begehrte Rennsteig-Krone.


Da ist man einmal ein bisschen vorlaut, schon steht es in der Zeitung. Letzte Woche nach dem Bienenmarktlauf hatte ich hier geschrieben, dass ich versuchen werde eine gute Zeit in Feldkahl zu laufen, vielleicht sogar den Streckenrekord anzugreifen. In der Zeitung stand dann: “Hohe Ziele steckt sich der Favorit Tobias Hegmann. Er hat angekündigt, den aus dem Jahr 2007 bestehenden Streckenrekord von Marco Schneider (LuT Aschaffenburg) zu knacken.” Das war natürlich nochmal zusätzliche Motivation, zumal ich dauernd darauf angesprochen wurde. Also beschloss ich direkt nach dem Start volles Tempo zu laufen, da man durch die Höhenmeter (277hm), verteilt auf 3 Runden schlecht ein Durchschnittstempo ausrechnen kann. So war ich ziemlich schnell alleine. Ich hatte gehofft, dass ich noch einige Zeit Gesellschaft hätte, aber so musste ich von Anfang an gegen die Zeit laufen. Nach 1,5 Kilometern, stetig bergan, war der erste Höhepunkt erreicht. Die Bergwertung, für die es auf der ersten Runde einen Extra-Preis gibt. Ein handgeschnitzter Pokal, mit einer Ziege oben drauf. Bergab lies ich es jetzt richtig rollen, nicht dass am Ende hier die Zeit verloren geht. Nach knapp 12 Minuten waren die ersten 3,5 Kilometer geschafft und es ging auf die 2. Runde. In Sachen Streckenrekord (36:52) lag ich bis jetzt super, wusste aber auch, dass ich spätestens beim 3. Anstieg etwas mehr Zeit einplanen musste. Also wieder so schnell wie möglich zur Bergwertung. Erst Straße, dann Schotter, über einen Wiesenhang in den Wald. Mehr Abwechslung kann eine Strecke eigentlich nicht bieten. Nach 5 Kilometern war die Uhr fast bei 18 Minuten. Mal 2 macht 36min, dann fehlen aber noch 500 Meter…wie soll ich dass denn schaffen? Dann fiel mir ein: Ich muss nur noch einmal den Berg hoch, darf aber noch zweimal runter! Also weiter Vollgas. Noch einmal am Ziel vorbei, und wieder den langen Anstieg nach oben. Kilometer 8 war dann mein langsamster, 4:13, allerdings auch mit 87 Höhenmetern. Den Nächsten dann mit -20hm in 3:45, dann nochmal alles geben, mein schnellster in 3:07 (-60hm). 500m später durfte ich dann in den Zielkanal einbiegen, 36:16min, neuer Streckenrekord!

Besonders wenn es bergig wird, läuft es super bei mir, kein Wunder dass mich Udo bei der Siegerehrung versehentlich in Tobi BERGmann umtaufte ;-)

Jetzt freue ich mich riesig aufs nächste Wochenende, wo ich für das Town & Country Haus-Laufteam beim Rennsteig-Staffellauf starten darf. Nach einer Umstellung im Team, darf ich jetzt als Startläufer ran und die ersten 17,2 km von insgesamt 171km laufen. Und wenn es schon letzte Woche so gut mit der Ankündigung hier geklappt hat, dann versuch ich es doch gleich wieder: Unser Ziel ist der Sieg und der Streckenrekord! ;-)

Meine ersten paar Laufjahre waren wir fast jedes Jahr in Michelstadt gewesen, jetzt hat es endlich mal wieder geklappt. Der schöne Lauf quer durch die Altstadt von Michelstadt im Odenwald macht immer wieder Spaß. Mein Ziel war ganz klar ein Sieg, eine richtig gute Zeit ist auf dem welligen Vier-Rundenkurs mit vielen scharfen Ecken und Kopfsteinpflaster nicht ganz so einfach. Mit über 200 Startern war der Zuspruch auch ganz ordentlich. Nach dem Start lag ich recht schnell mit Roland Heim, dem Lokalmatadoren, an der Spitze und wir konnten den Vorsprung vor Jürgen Zehnder kontinuierlich ausbauen.  Wir liefen Kilometerzeiten um 3:20 min und es fühlte sich ziemlich locker an. Bei Kilometer 5 piepste mein Forerunner nach 16:46min. Danach wurde das Tempo allerdings etwas langsamer und wir brauchten dreieinhalb Minuten bis es wieder piepste. Da beschloss ich eine Tempoverschärfung, auch weil ich beim Blick über die Schulter plötzlich merkte, dass Jürgen wieder recht nahe an uns herangekommen war. Und das war auf jeden Fall auch die richtige Entscheidung, denn Roland wurde noch vom immer schneller werdenden Jürgen eingeholt.  3:15min, 3:15min, 3:19min, 3:14min. Das ergab eine Gesamtzeit nach 10 Kilometern von 33:23min. Leider war da aber von Ziel noch nichts zu sehen. Entweder hat mich mein Forerunner im Stich gelassen, oder die Strecke ist in Wirklichkeit 10,38km lang. Auf jeden Fall brauchte ich nochmal genau 60 sec bis ins Ziel (3:02 er Schnitt für die letzten 400m) und wurde mit 34:23 gestoppt.

So hab ich jetzt meine ersten 1000 Punkte für unseren Zehnkampf zusammen (war das wirklich mein erster Sieg 2009?), möchte aber gerne nächsten Samstag in Feldkahl nochmal nachlegen. Ich werde auch versuchen eine gute Zeit hinzulegen, vielleicht kann ich mir ja sogar den Streckenrekord zurückholen?

Leider ging bei der Siegerehrung einiges Durcheinander, auch die Zeiten in den Listen stimmten nicht mit dem überein was die Sportler gestoppt hatten. Aber mittlerweile ist alles berichtigt. Anschließend drehten wir noch eine kleine Runde über den Bienenmarkt, der dem Lauf seinen Namen gibt und beschlossen den Abend in gemütlicher Runde.

Es ist geschafft!

Es ist geschafft!

Wer seid ihr? Wir sind der Club!

Wer seid ihr? Wir sind der Club!

10 min lang kam nochmal so etwas wie Spannung auf, als Cottbus loslegte wie die Feuerwehr und versuchte nach dem 3:0 des Clubs im Hinspiel das fast Unmögliche noch zu schaffen. Doch dann hatten wir die Sache wie schon letzten Donnerstag ziemlich sicher im Griff. Spätestens nach unserer Führung war es dann eine riesige Party auf den Rängen und nach dem Abpfiff auch unten auf dem Feld. Mario, sind die Karten schon reserviert? ;-)

Auch bei mir läuft es sportlich ganz gut, auch wenn ich mir im Training mit den kurzen, schnellen Sachen immer noch schwer tue. Deshalb sind Wettkämpfe vielleicht eine gute Möglichkeit am Tempo noch was zu machen. Bei der Seligenstädter Marathonstaffel brauchte ich für meinen 7033m Abschnitt 23:24min (3:20min/km) womit ich nach einem etwas übermotiviertem Startkilometer und ordentlich Wind auf dem Rückweg auch zufrieden sein kann. Insgesamt brauchten 2:35:21 Std und siegten damit deutlich. Auch unsere Frauenmannschaft konnte mit 3:22:42 Std den Pokal nach Kleinostheim holen.

Ein Jahr ist es schon wieder her. Nach meinem Kreuzbandanriss hatte ich damals in Aschaffenburg mein Comeback gewagt. In 33 Minuten genoss ich damals jeden der 7900m. Diesmal hatte ich mir natürlich wieder eine schnellere Zeit vorgenommen.  Bei 25:40 min stand meine Bestzeit, an die ich möglichst nahe herankommen wollte. Mit dem Wetter hatten wir A-Läufer, verglichen mit den anderen, es gut getroffen. Leichter Nieselregen und immer noch angenehme Temperaturen.

Das Tempo am Anfang kam mir relativ langsam vor, aber da ich hier schon öfter etwas übermotiviert an den Start gegangen war und auf der letzten der 5 Runden büsen musste, beschloss ich erstmal im Bereich meiner lokalen Konkurrenten zu bleiben. Die schnellen Kenianer sah ich nochmal am Ende der ersten Runde an der 180° Wende, dann waren sie verschwunden. Da es hier in der Unterfrankenwertung auch einiges zu verdienen gibt, versuchte ich auch hier mal schnell durchzuzählen, und fand mich auf Platz 8 wieder. Ein bisschen mehr hatte ich mir schon erhofft. Wenn es die Sandgasse hochging, habe ich dann immer versucht Druck zu machen. Schön konstant ging es bei mir richtig gut. Langsam konnte ich mir nach hinten ein bisschen Luft verschaffen und merkte, dass auch nach vorne noch was geht. Gegen Ende der 4. Runde tauchten dann wieder 2 Trikots vor mir auf: Leinach und Ostheim, beides Unterfranken. Wir liefen dann die nächste Runde  zusammen und wurden durch den Rossmarkt und die Friedrichstraße gaben wir richtig Gas. An der 180° Wende rutschte dann Bernd Müller auf der vom Regen immer noch sehr glatten Straße weg und ich fiel fast über ihn. Er kam aber schnell wieder auf die Beine. Ich konnte dann Richtung Ziel noch richtig zulegen. Überhaupt hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, zwar schnell zu laufen, aber immer noch etwas in Reserve zu haben.

Am Ende reichte es zu Platz 16 im Gesamtfeld, als 6. Deutscher, 4. Unterfranke und 3. in der M30 konnte ich mir in 25:28min (neue pers. Bestzeit) 200 Euro verdienen. Das nenne ich mal ordentlicher Stundenlohn. Naja, die Vorbereitung darf man natürlich nicht mit reinrechnen ;-)

Auf jeden Fall bin ich top zufrieden. Den Lauf von Start bis zum Ziel super durchgezogen, keine Schwächephase und eine neue PB. Und trotz Regen war auch die Unterstützung von den Zuschauern wieder erstklassig! Da kann ich nur hoffen, dass an den Gerüchten, der 15. HVB-Citylauf könnte vielleicht der letzte werden nichts dran ist!

Jetzt ist es geschafft. Die letzten beiden Wochen waren sehr stressig, gelaufen bin nicht einen Kilometer. Morgens zur Arbeit, möglichst viele Termine fertig bekommen, Mittags schnell nach Klein-Umstadt, tapezieren und streichen bis spät in die Nacht. Am ersten Tag hatte ich sozusagen einen „Tapezier-Lehrgang“  von meinem Vater bekommen, den Rest habe ich dann größtenteils alleine an die Wand gepappt. Am letzten Wochenende dann der große Umzug: Freitag und Samstag haben wir mit jeder Menge Leuten die Wohnung in Darmstadt leer geräumt und alles nach Klein-Umstadt geschafft. Jetzt sieht es zwar noch ziemlich chaotisch aus, aber von Tag zu Tag wird es hier schöner. Hier noch mal „Vielen Dank!“ an alle Helfer fürs tapezieren, streichen, Kisten schleppen, Möbel schleppen und aufbauen.

Zwischendurch war ich auch noch mal bei der „Eschborn-Frankfurt-City-Loop“ (den meisten wohl noch besser als „Henninger Turm Rennen“ bekannt). Im Starblock B gestartet (warum auch immer?) brauchte ich erst mal 10 Kilometer bis ich erstmals das Führungsfahrzeug sehen konnte. Dann habe ich mich immer in der ersten Gruppe aufgehalten, bin als 8. über den Feldberg und konnte wieder gut mithalten. Mein Problem waren die Abfahrten. Hier wurde ich immer abgehängt und musste mich teilweise in kleinen Gruppen oder auch alleine wieder nach vorne kämpfen. Bis Kilometer 80 klappte das auch immer wieder, dann verpasste ich den Anschluss. Schade, von da an ging es nur noch flach, ich hätte also locker unter den ersten 30 ins Ziel kommen können. Leider musste ich dann eine Zeit lang alleine fahren, dann kam ein Mitstreiter von hinten. Wir fuhren von da an zu zweit. Leider wurden wir dann 4 Kilometer vor dem Ziel falsch gelotst und kam auf die Profistrecke und verfuhren uns total. Am Mammolshainer Berg wusste ich endgültig, dass wir falsch sind. Die Streckenposten die dort für die Profis standen wollten uns trotzdem dort hoch schicken. Da holte ich das Telefon raus und rief Simone an: Hol mich mal ab hier, ich habe keine Lust mehr. Keine Ahnung wo ich hin muss. Mein Mitstreiten war völlig durch den Wind: „Wir müssen da hoch, komm, ich fahr jetzt!“, wiederholte er immer wieder. Dann ist er weiter. Vermutlich ist er immer noch unterwegs und sucht das Ziel. Wir sind dann lieber nach Klein-Umstadt und haben noch ein paar Stunden tapeziert…..

Fotos:
Thomas Guthmann www.lauf-fotos.de
Eckhard Hippler
Alex Dugas
Simone
Thomas

Diesmal haben auch mich die Pollen erwischt. Bisher hatte ich nie Probleme, aber anfang der Woche hatte ich Schwierigkeiten tief Luft zu holen und teilweise einen heftigen Husten. Ausgerechnet, kurz bevor mein Frühjahrs-Highlight anstand, der Cityduathlon in Backnang, mit Deutschen Meisterschaften. Ich hatte mir vorgenommen in der AK wieder eine Medaille zu holen, eine Zeit möglichst unter 2 Stunden zu erreichen. Gegen Ende der Woche wurde der Husten immer weniger und ich hoffte, das ich Sonntags voll belasten könnte.

Am Start orientierte ich mich gleich an den schnellsten Läufern und konnte mich hinter den ersten 3 in der 2.Gruppe festsetzen. Es lief von Kilometer zu Kilometer besser und nach knapp der Hälfte des ersten Laufs hatte ich die Spitze eingeholt und wir liefen als Quartett bis zur Wechselzone, die wir nach 10,3 Kilometern in 35:49min (Schnitt 3:29min/km) erreichten. Der Wechsel, den ich am Mittwoch nochmal intensiv geübt hatte, klappte perfekt und nach wenigen hundert Metern lag ich an der Spitze des Feldes. Nach 4 Kilometern wurde ich dann zum ersten Mal eingeholt, später auch noch nach km6 und km 10. Ich lag also auf Position 4 und dank Simone war ich auch über die AK-Platzierung gut informiert. Dort lag ich auf dem Silber-Rang. Die 40km Radstrecke war in 3 Runden aufgeteilt, jeweils mit 2 längeren Anstiegen. Bergauf ging es mir recht gut, in der Ebene konnte ich leider nicht mithalten. Wenigstens ging es in der Spitze sehr fair zu, was bei den Pulks (Windschattenfahren ist ja eigentlich nicht erlaubt!) im Mittelfeld leider nicht der Fall war. Hier griffen die Kontrolleure meiner Meinung nach nicht ordentlich durch. Ich hatte auch hier immer mal wieder Probleme mit den Pollen, plötzlich war mein Hals wieder rauh, dann war wieder alles bestens. In der 3. Runde lief es dann am richtig gut, ich konnte wieder problemlos trinken, mein Mund war nicht mehr ganz so trocken und auch die Beine fühlten sich wieder besser an. 1:03:39 Std bedeuteten die 33. Radzeit, da merkt man, dass hier noch Platz nach oben sein müsste. Vorallem längere Radeinheiten, haben dieses Jahr leider noch gefehlt. Der nächste Wechsel wieder ziemlich flott. Die letzten beiden Runden durch die Backnanger Altstadt mit dem langen Anstieg hatte ich mir in unter 20 Minuten vorgenommen, was ich mit 20:07 leider knapp verpasste. Trotzdem bedeutete das die 4. schnellste Laufzeit. Von der Platzierung veränderte sich auch nichts mehr, als 4. Gesamt und als Deutscher Vizemeister in der AK30 ging in nach 1:59:37 Std über die Ziellinie. Zur Goldmedaille fehlten 50 Sekunden, die ich wohl auf dem Rad verloren habe. Insgesamt bin ich aber top zufrieden.

Außerdem durfte ich mir bei der Siegerehrung dann auch noch eine Goldene umhängen. Zusammen mit Christian und Michael holten wir noch den Deutschen Meistertitel in der AK30/35!

Ebenso Deutscher Meister wurde unsere M40/45 Mannschaft mit Volker (3. AK40!), Stefan und Manni!

Die ganze letzte Woche war ich schlapp. Ich schaffte es einfach nicht mich vom 25er in Seligenstadt zu erholen. Das Tempotraining fiel komplett flach. Höhepunkt dann am Donnerstag, als ich mich im Walkingtempo durch den Hösbacher Wald schleppte. Ich glaube, wenn ich sicher gewesen wäre, dass mich niemand sieht, wäre ich wirklich zwischendurch gegangen ;-) Am Samstag liefs dann erstmals etwas lockerer, aber bedingt durch die hohen Temperaturen wurde es auch da am Ende hart.

Die neue Woche begann mit einem Feiertag und mit dem letzten Test für die Duathlon DM am 26.04. Nachdem die ersten beiden Testwettkämpfe in Niederrodenbach (10km, fast Bestzeit) und Seligenstadt (25km, deutliche Bestzeit) zu Fuß sehr positiv waren, freute ich mich auf meinen Fahrradtest. Beim Radrennen „Rund um Köln“ hatte ich mir die 100km Runde ausgesucht. Das Ziel war, noch eine harte Belastung auf dem Rad zu haben und hoffentlich mit einem guten Gefühl nach Backnang fahren zu können. Anders als im Rest Deutschlands, wo die Sonne schien, lag Köln im Nebel und die Temperaturen lagen nicht gerade im Wohlfühlbereich. Direkt nach dem Start ging es gleich heftig zur Sache, das Feld war sehr nervös, jeder wollte vorne dabei sein, dauernd musste man Angst haben, irgendein Doller fährt einem ins Rad. Ich versuchte mich so weit wie möglich rauszuhalten und hoffte auf die ersten Berge. Ich konnte immer in der ersten Gruppe mitfahren, der aber auch noch mindestens 100 Fahrer angehörten. Der erste Anstieg nach 13 Kilometern sortierte das Feld erstmal, leider ging es danach wieder etwas lockerer zu, dass wieder viele das Loch zufahren konnten. Zwischen Kilometer 50 und 75 ging es dann endlich mehr zur Sache. 3 ordentliche Anstiege, die unsere Gruppe auf 20 Mann reduzierte. Leider ging am letzten Anstieg eine 6er Gruppe weg, die ich verpasste. Zu dritt versuchten wir dann die Spitze wieder einzuholen, kamen auch erst immer näher, musste dann aber doch passen und liesen die andere Gruppe hinter uns wieder rankommen. Am nächsten Anstieg verklemmte sich meine Kette, ich musste kurz absteigen und verlor den Anschluss. Alleine hatte ich keine Chance wieder ran zufahren. 15 Kilometer war ich danach völlig auf mich gestellt. Als die Hundert Kilometer absolviert waren und ich auf das Ziel hoffte kam von hinten eine Gruppe mit fast Hundert Fahrern und überrollte mich fast. Eben noch auf Platz 20, jetzt wieder mitten im Feld. Am Ende waren es dann 115 Kilometer. Ich blieb in der Gruppe und hielt mich im Spurt um die Plätze schön raus. Und als ich später einen Sturz auf der Zielgerade sah, ein paar Minuten hinter uns, wusste ich auch, dass es besser war. Da ist ein Lauf mit ein paar tausend Läufern viel entspannter und ungefährlicher. Am Ende war ich froh, dass ich und mein Rad alles sturzfrei überstanden hatten. Unterwegs war mir einer in die Seite gefahren, Lenker an Lenker sind wir in die Kurve und einen riesigen Schlag tat es, als er mit seinen Pedalen in meinen Vorderradschnellspanner krachte. Das war einfach nur Glück, dass wir uns nicht überschlagen haben. Auch der Sturz, als einem der Reifen platzte, und er mehrere Meter über die Straße schlitterte, durch den Straßengraben unter einem Weidezaun auf eine Wiese rutschte, nicht gerade lustig anzusehen. Am Ende stand auf der Ergebnissliste der 75. Platz, praktisch zeitgleich mit dem 20. Ein 38,2km/h Schnitt über 115 Kilometer und einem Durchschnittspuls von 157 (79%). Und die Gewissheit, dass die Form passt und ich mit etwas Glück hier unter die Top 20 (900 Finisher) gefahren wäre. Heute bin ich dann wieder locker in die Firma gefahren, Mittags ein lockeres Läufchen und am Abend noch ein kleines Koppeltraining. Auf dem Heimweg die ersten 20km recht locker, dann die letzten 5 Kilometer im 36er Schnitt, direkt die Laufschuhe an und noch 3 Kilometer Vollgas: 3:26, 3:22, 3:13min.